Teil eines Werkes 
16. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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Beſinnen Sie ſich...

Wenn ich mich beſänne, ſo wäre dieß bereits eine halbe Verrätherei... ach nein, nein. Ich könnte mich bei einer Revolution betheiligen, niemals aber bei einem Verrath.

Aber Ihre eigene Regierung hat Sie ja bereits dafuͤr zum Tode verurtheilt.

Mag ſein, aber ſie mag thun, was ſie will, es wird ihr dennoch nie gelingen, mich zum Verräther zu machen. Ich tröſte mich mit einer Sache...

Mit was?

Damit, daß Gott dereinſt zwiſchen mir und ihnen richten wird.

Armfelt's Geſicht hatte in dieſem Augenblick etwas Großartiges und Edles. Niemals hatte ihn Döring männlicher und ſchöner geſehen. Eine warme Vater⸗ landsliebe belebte ihn. In ſeiner Haltung drückte ſich ein entſchiedener kriegeriſcher Sinn aus, obſchon er ihn beherrſchte. Das Unglück hatte ihn nicht zermalmt, ſondern, man könnte eher ſagen, veredelt. Wenn auch heftige Leidenſchaften in ihm rasten, ſo waren ſie gleich⸗ wohl von wahrem Patriotismus gemildert.

Rußland bietet mir eine Armee an, fuhr Arm⸗ felt fort, wenn ich an ihrer Spiitze in Finnland ein⸗ fallen will.

Rußland bietet ſie Ihnen an, weil es Ihre Eigenſchaften erkennt, von Ihrem Gluck überzeugt iſt und in Betracht zieht, daß Ihr Vaterland Sie tief be⸗ leidigt hat.

Schon gut. Man glaubt, ich wolle mich rächen und ich will es auch, aber nicht auf dieſe Art. Ich könnte mich an die Spitze einer Partei in Schweden ſtellen, aber nicht an die Spitze einer feindlichen Armee.

Vincenz erhob ſein Haupt und ſchlug vergnügt ſeine Hände zuſammen. Er dachte an ſein eigenes Vater⸗ land... und an Polen... an die Kämpfe, bei denen er mitgefochten. 242*