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Noch war kein Mann genannt worden. Als Döring ſo weit gekommen war, richtete ſich Armfelt auf.
Die Ereigniſſe, die das Schreiben ſchilderte, waren in einer ſo glühenden und maleriſchen Sprache gehal⸗ ten, daß ſie nothwendig einen tiefen Eindruck hervor⸗ bringen mußten.
Armfelt gebot durch eine Handbewegung Schweigen.
— Was Sie da geleſen haben, Döring, ſagte er, iſt wahr. Ich kenne das Ereigniß, ich kenne auch den⸗ jenigen, der hier als ein treuloſer Verräther geſchildert wird; aber er hat ein Recht, ſich zu vertheidigen. Hören Sie mich an. Auch er war glücklich... weil er liebte .. glücklich in dem Gedanken, den Gegenſtand ſeiner innigſten Ergebenheit bald an ſeine Bruſt drücken zu dürfen... in ſeinen Träumen von Glück nahte ſich auch für ſein Herz der Hochzeittag als ein großes Freu⸗ denfeſt... auch er ſchmückte ſich, um ſeine Braut und Göttin im Tempel zu treffen... auch er ſetzte ſich in den Wagen, um dahin zu fahren... aber im Ueber⸗ maß ſeines Glückes achtete er nicht auf den Weg, den der Wagen einſchlug... und als er ſich endlich um⸗ ſchaute, hatte man ihn bereits von der Stadt entfernt. Ein einflußreicher, muthiger Freund, der die Verbin⸗ dung mißbilligte, hatte heimlich den Kutſcher erkauft und den Bräutigam entführt. Als er es bemerkte, that er Alles, was in ſeiner Macht ſtand, um zurückzukehren
. aber gleichviel, ich weiß, daß er ſich bereits erklärt hat und zwar auf eine vollkommen befriedigende Weiſe. Viele Jahre ſpäter ſah er ſie wieder, aber nur einen Augenblick. Er liebte da eine andere und war be⸗ reits verheirathet. Sie war durch Jahre und Kum⸗ mer entſtellt. Sein Herz ſtand ſtill bei ihrem Anblick. Man klage deßhalb die Umſtände an, aber nicht ſein Herz. Auch in ſeiner Liebe iſt der Mann nicht ein Gott, ſondern nur ein Menſch. Fahren Sie fort, Döring. Das Schreiben erzählte weiter, wie der geſchiedene
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