Teil eines Werkes 
16. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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= um Gotteswillen, gnädiger Herr, verlaſſen Sie dieſen Platz, kommen Sie, kommen Sie.

Vincenz fuhr mit der Hand über ſeine Stirne.

Beim ewigen Gott, antwortete er, Du haſt Recht... laß uns dieſen Abgrund verlaſſen.

Am Fuße des Berges angelangt, erklärte Vincenz, daß er nicht nach Neapel zuruͤckkehren wolle.

Welch' ein ſchrecklicher Abgrund, ſagte er, welch' ein entſetzlicher Kampf zwiſchen feindſeligen Elementen! Führe mich nie mehr dahin, Cazal; hörſt Du, ich will nicht mehr in die Tiefe hinabblicken... ſtatt deſſen ſollſt Du mir eine ſchöne, lachende Landſchaft zeigen einen Sonnenaufgang... eine milde und liebliche Ausſicht.

Vincenz begann jetzt ein umherirrendes Leben, wo⸗ bei er einen Sinn für die Natur und ihre einfache Schönheit entwickelte, den er früher nicht beſeſſen zu haben ſchien.

Er ſtand jeden Morgen früh auf und ritt ſchweig⸗ ſam und verſchloſſen auf ſeinem Mauleſel aus, nur von dem ebenſo ſchweigſamen und verſchloſſenen Cazal be⸗ gleitet. So näherten ſie ſich allmälig den Calabre⸗ ſiſchen Bergen.

Eines Morgens befanden ſie ſich wieder auf einem ſolchen Streifzug, die Sonne erhob ſich ſo ſchön über

die Bergſpitzen und kleidete ſie wie mit goldenen Maͤn⸗ teln... das Thal, wo Vincenz und TCazal ſtanden, glühte in neugeborener, erröthender Pracht.

Zwiſchen einer Vertiefung im Berge rollte ziemlich ſchnell ein klares, gleichſam von aufgelöstem Silber ſchimmerndes Waſſer in dem hübſchen Thalgang herab.

Die Ausſicht war ſo heiter, ſo angenehm, man fühlte ſich ſo leicht, ſo fröhlich geſtimmt, indem man ſie betrachtete. Bincenz gab auch ſeine Zufriedenheit durch einen Ausruf der Bewunderung zu erkennen. 4 Hier will ich ſterben, fügte er nach einer Weile

hinzu, gleichſam um ſeinen Ausruf zu erklären.