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Sein Herz klopfte von heftiger Freude bei ihrem Anblick.
Es war nicht mehr eine mit Gold verzierte Band⸗ haube, die jetzt über den ſchwarzen Locken ruhte, ſondern es war Krone und Kranz, ein Schmuck, der die ſchöne Geſtalt des ſchlanken Mädchens in ein noch vortheilhaf⸗ teres Licht ſetzte.
Ein ſchwarzes Seidenkleid umſchloß ihre Formen, geſchmückt mit einem einfachen zu dieſer Jahrszeit ſel⸗ tenen Blumenſtrauß. Der weiße Florſchleier ſiel wie ein leichter dünner Schnee über ihre Schultern herab.
Schon ſtanden ſie vor dem Stuhl, und der Trauungs⸗ akt hatte begonnen. In dem Augenblick, wo ſie auf dem Schemel niederknieten und der blaue, mit goldenen Franzen bordirte Himmel über ihren Häuptern ausge⸗ breitet wurde, trat Alm ein. Alm war theils mit ſei⸗ nem Anzug, theils auch mit den Anordnungen wegen des von Reuterholm empfangenen Auftrags zu ſehr beſchäftigt geweſen, um zur rechten Zeit kommen zu können.
Sein Geſicht verzog ſich vor Aerger, als er ſah, daß er nicht mehr vor der Trauung auftreten konnte.
Je ſpater am Abend, deſto ſchöneres Volk, ſagte er inzwiſchen vor ſich hin. Man kommt nie zu ſpät, wenn man auf etwas Gutes wartet.
Die zunächſt Stehenden hießen ihn ſchweigen, weil er ſie mit ſeinem Gemurmel ſtörte.
Bei all, ſeiner Eleganz nahm er ſich mit ſeiner mageren Geſtalt ziemlich lächerlich aus.
In ſeinen kurzen Hoſen mit breiten, ſtählernen Kniebändern zeigten ſich ſeine ſchmächtigen Beinchen, die in ſeidnen Strümpfen prangten, in all' ihrer origi⸗ nellen Dürftigkeit. Der ſchwarze Frack war alt, abge⸗ tragen und fadenſcheinig; aber er hatte die verdächtig⸗ ſten Stellen mit Dinte angeſtrichen und dadurch die Farbe wieder herzuſtellen gewußt, ſo daß er ſich wenig⸗ ſtens beim Lichtſchein einigermaßen mit Ehren behauptete.


