Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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Wenn ich ein Verbrechen gegen den Staat und die Regierung begangen habe, ſo mag das Geſetz es beſtrafen. Ich appellire lieber an das Geſetz Schwedens, als an Ihre Gnade.

Sie höhnen meine Macht, beim Himmel, Sie ſollen ſie fürchten.

Ich fürchte nichts, Ew. Hoheit, denn ich fürchte

meine eigene Schwäche nicht mehr.

Sie haben Ihr Verbrechen bekannt, Sie haben mich um Gnade gebeten. 3

Das war eine augenblickliche Schwäche, die ich jetzt bereue.

Ihre Handlungen zeugen gegen Sie.

Meine Handlungen werden meine Unſchuld be⸗ weiſen.

Der Herzog wurde von einer Raſerei ergriffen, die ihm alle Selbſtbeherrſchung raubte.

Pllichtvergeſſene, rief er, während er zornig die Anweiſung zerriß und mit ſeinen Füßen zertrat. Wenn die Sonne das nächſte Mal aufgeht, werden Sie ihre Strahlen nur ſpärlich durch das Gefängnißfenſter ſehen.

Der Herzog ergriff das Nähtiſchchen und ſchuttelte es hin und her.

Unmächtige, rief er ihr zu, Sie werden es be⸗ reuen, das ſchwöre ich.

Im Schreck vor der drohenden Bewegung flog ein Ausruf der Angſt über Fräulein Rudenſköld's Lipppen. Der Herzog erſchien ihr beinahe wahnſinnig.

Bei dieſem Angſtſchrei ſtürzte Bengt herein und eilte auf ſie zu. Als er die drohende Stellung des Herzogs ſah, ſchlang er ſeinen einen Arm um den Leib der Schweſter und ſtreckte den andern vertheidigend ge⸗ gen ihn aus.

Als Bengt mit der Bezeichnung der zum Verkauf beſtimmten Juwelen fertig geworden war, hörte er zwar, daß der Herzog noch da war, konnte oder wollte aber nicht belauſchen, von was man ſprach. Endlich als er

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