Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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Barmherzigkeit, CEw. Hoheit!

Wollen Sie die Anweiſungen wieder nehmen? Mein Gott! 3

Geben Sie mir das Recht, die Penſion zu ver⸗

Herzog!.

Bewilligen Sie meinen Wunſch, Ihnen ein Landgut zu kaufen?

Fräulein Rudenſköld verbarg ihr Geſicht in ihren Händen.

Erlauben Sie mir, einen Fleck Erde in ein Paradies für Sie zu verwandeln?

Allmächtige Vorſehung!

Nur Ihre Liebe kann Ihr Verbrechen ſühnen.

Ohne zu antworten, legte ſie bloß die Hand auf ihre Bruſt.

Sie wollten nicht, ich ſagte Ihnen aber, daß Sie dennoch würden.

Langſam richtete Fräͤulein Rudenſköld ſich auf. All' die entzückenden Illuſionen eines warmen Her⸗ zens waren auf einmal von ihr gewichen. Vielleicht war es jedoch weniger das Entſetzen wegen des Ver⸗ brechens, deſſen der Herzog ſie beſchuldigte, als wegen desjenigen, das er ihr vorſchlug, was dieſe Selbſttäu⸗ ſchungen verſcheuchte.

Aber an die Stelle der holden Gewalt entſchwun⸗ dener Illuſionen trat nicht ſtürmiſche Heftigkeit oder troſtloſe Verzweiflung. Sie wurde nicht bloß ruhig, ſie wurde kalt.

Antworten Sie mir, mein Fräulein.

Ich habe bereits geantwortet, Ew. Hoheit.

Sie weigern ſich noch 2

Verlaſſen Sie mich, Ew. Hoheit.

Was wollen Sie damit ſagen? 3

Daß ich meine Ehre nicht aus Furcht vor irgend Etwas verkaufe.

Der Herzog blickte ſie verwunderter als je an.