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Bei dieſen Worten wurde Fräulein Rudenſköld von einer unwiderſtehlichen Angſt ergriffen. Sie glaubte nämlich darin die Gewißheit zu ſehen, daß die Pläne der Guſtavianiſchen Partei entdeckt ſeien; zwar hatte Frank ſie bereits davon unterrichtet, aber ſie hatte bisher noch immer gehofft, daß dieſe Beſorgniſſe kei⸗ nen Grund hätten.
Um ſich nicht zu verrathen, ſtützte ſie ihre Hand auf das Nähtiſchchen, während ihre Lippen lächelten.
— Sie haben das Vaterland verrathen, mein Fräu⸗ lein, fuhr der Herzog fort. Ich kenne die ganze In⸗ trigue. Sie ſind entdeckt.
Sie hatte ſich alſo nicht getäuſcht, ſie waren wirk⸗ lich entdeckt.
Ich könnte Ihnen Ihre eigenen Briefe zeigen. Sie haben ſich zu Handlungen hergegeben, die eines Unterthanen unwürdig ſind; aber nicht genug damit, Sie ſprechen in dieſen Briefen von mir und meiner Re⸗ gierung in einem Ton, welcher beweist, daß Sie weit leichter Ihre Pflicht, Ihr Gewiſſen, Ihre Ehre, Ihr Vaterland vergeſſen können, als Ihre kleinen Phantaſien, die flüchtigen Neigungen Ihrer Laune. Ich habe Arm⸗ felt's Revolutionsplan bereits erhalten. Ha, mein Fräu⸗ lein. Ihr Schickſal ruht in meiner Hand... be⸗ denken Sie wohl, in der meinigen.
Fräulein Rudenſköld fühlte ſich gänzlich vernichtet. Sie war nahe daran, dem Herzog zu Füßen zu ſinken.
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Fräulein Rudenſköld fuhr bei dieſen Worten zu⸗ ſammen.
— Im dieſem Augenblick— wiederholte ſie.
— Sind bereits die Befehle ansgefsrtlge, Ihre Freunde zu verhaften, und eben ſo auch.. Sie ſelbſt.
Der Herzog hielt mit den letzten Worten ein we⸗ nig inne..
Noch ſtand Fräulein Rudenſköld b S3 ſie war


