Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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Waͤhrend der Herzog ſprach, nahm ſein Verdruß zu. Vielleicht wurde er auch durch die Ruhe gereizt, die Fräulein Rudenſköld beobachtete; aber ſein Verdruß war eiskalt.

Geben Sie mir Etwas zu, mein Fräulein...

Fräulein Rudenſköld antwortete nicht, wandte aber ihren Blick nicht von ihm ab.

Geben Sie zu, daß ich Ihnen ohne alle Be⸗ dingungen die Penſion anbot?

Das iſt wahr.

Geben Sie zu, daß ich Sie ſo aufmerkſam be⸗ handelt habe, wie Sie nur je fordern konnten?

Auch das gebe ich zu.

Geben Sie zu, daß ich mit keinen Mitteln, die als Drohungen oder Zwang angeſehen werden könnten, Ihre Einwilligung in die Wüunſche zu gewinnen geſucht habe, die meine ganze Seele ſo innig erfüllten?

Sie haben Recht, Ew. Hoheit, ich kann Ihnen nichts Derartiges vorwerfen.

Das iſt gut, mein Fräulein, und ich gehe jetzt zu dem Grund über, warum ich Sie ſo behandelt habe.

Zu dem Grund?

Der Grund war der, daß ich Sie aufrichtig liebte, und daß ich hoffte, nur in Gutem Ihre Achtung, ja noch mehr, Ihre Gegenliebe zu erwerben; jetzt da⸗ gegen.. jetzt iſt es ganz anders.. Ihre Härte be⸗ rechtigt auch mich, hart zu ſein.

Sie ſprechen unbegreifliche Dinge, Hoheit.

Haben Sie nur Geduld, ſo werden Sie mich bald verſtehen.

Der Herzog ſchnappte nach Athem, gleich als ſuchte er neue Kraft zu gewinnen, um fortfahren zu können.

Ich habe geſagt, daß Sie mein Anerbieten an⸗ nehmen würden; hören Sie mich jetzt auch an, mein Fräulein. Als ich mich hierher begab, kam ich, um eine große Gefahr abzuwenden, die Ihnen droht, eine

Gefahr, der nur ich allein vorzubeugen vermag.

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