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Rauſches des Augenblicks überlaſſen, um ſeine Ge⸗ danken länger bemeiſtern zu können.
— Fraͤulein Rudenſföld, begann er, indem er ihre Hand ergriff. Sie lieben... Ihre Gedanken duften von Liebe... Sie wiſſen es ſelbſt nicht.
Verwundert ſchaute ſie zu ihm auf.
— Auch ich liebe, fuhr der Herzog fort.
Fräulein Rudenſköld ſtrich ihre Locken auf die Seite, während ſie mit der Hand über die Stirne fuhr.
— Sie lieben, Ew. Hoheit?
— Ich liebe; ich vergeſſe das nie.
— Nein, nein! wer könnte wohl vergeſſen, daß er liebt? 3
— Aber ich werde nicht wiedergeliebt.
— Armer Fürſt!
Dieſe aus der Tiefe ihres Innern hervorgekom⸗ menen wenigen und einfachen Worte, die auf eine ſo ſanfte Art gleichſam von ihrem Herzen ausgeſprochen wurden, bewegten den Herzog noch mehr.
— Sie beklagen mich? fragte er, ah, mein Gott, Sie müſſen, ja, ja, Sie müſſen mich auch lieben. Sie können mich nicht zu Ihren Füßen ſterben ſehen wollen, ... laſſen Sie mich hoffen... Sehen Sie nicht hin⸗ weg von mir.
Fräulein Rudenſköld ſtarrte ihn erſchrocken an. Von lieblichen Träumen hingeriſſen, hatte ſie nicht bloß den Herzog, ſondern ſogar Armfelt vergeſſen. Sie hatte gewünſcht, eine beflügelte Blume zu ſein, um in den Raumen umherſchweben und ſich im blauen Aether ba⸗ den zu können, und ſie hatte ſich ſo ausſchließlich dieſem Wunſch hingegeben, daß ihre Seele einen Augenblick das war, was ſie wünſchte, eine Blume, die umher⸗ ſchwaͤdmnte Des Herzogs Liebe rief ſie wieder zu ſich elbſt. 1
— Liebe? wiederholte ſte. Es iſt wahr, fuhr ſie dann fort, und ein ſchnelles Lächeln flog über ihre Lippen. Sie lieben mich? Ich vergaß in Wahrheit,
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