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unwürdig. Und wenn es mir auch nicht ſchwer gefallen d Partei zu trennen,
der grauſamſte aller Schmerzen.
— Ew. Hoheit... ſtammelte ſie. aſſen Sie uns einander einmal verſtehen, mein Fräulein. 5
— Ich kann mich von meinem Erſtaunen nicht erholen. Dieſe Summe, dieſer Penſionsbrief i Gott, hat in meine Seele einen Ged von dem ich nicht weiß, ob ich mich darüber freuen oder darüber erſchrecken ſoll.
— Welchen Gedanken? o ſagen Sie mir.
Der Herzog hoffte, es moͤchte ein Gedanke an ihn ſein.
— den Gedenken, reich zu ſein.
— Reich?
— Ich könnte mir ein kleines Gütchen auf dem Lande kaufen, mir ein einzelnes Häuslein erbauen und da im Frieden wohnen. Ah! welch ein ſchöner Traum! Täuſchen mich meine eigenen Gedanken nicht...
Der Herzog betrachtete ſie ſchweigend. Dieſe Schwär⸗ merei machte ſie wieder allerliebſt, und es war nicht mehr die Leidenſchaft, es war Poeſte, was ſie belebte.
— Und dann könnte meine Mutter zu mir ziehen, welche Freude, welches Glück!
— Sie lieben das Land?
— Ich würde mir eine kleine Laube anpflanzen; dort würde ich leſen und arbeiten, während die Blumen um mich her dufteten, die Winde ſausten und die Vö⸗ gel zwitſcherten; dort würde ich mich der Vergangenheit erinnern, von der Zukunft träumen und in meinen eigenen Gedanken wieder ein Kind werden.
Der Herzog hatte ſie niemals bezaubernder geſehen,
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