Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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werben; und der Mann antwortet Ihnen, daß ſein Herz übervortheilt worden iſt, und daß in den Spuren der entfliehenden Liebe Haß wächst.

Meine Juwelen verkauft, um Anhänger zu er⸗ werben? Mein Gott, was ſagen Sie, welche gemeine Verleumdung, welche verletzende Beſchuldigung, welche bittere Unwahrheit.

Sie geſtehen, daß Sie Ihre Juwelen verkauft haben, aber Sie leugnen, daß es Armfelt zu Liebe ge⸗ ſchehen iſt. Ah, mein Fräulein, ſuchen Sie wenigſtens Ihre Conſequenz zu retten und erinnern Sie ſich, daß ich nicht als Ihr Ankläger, ſondern als Ihr Regent vor Ihnen ſtehe. Warum eine Sache leugnen, die, meinem Vertrauen überlaſſen, verziehen werden kann?

Sie glauben alſo Ihrem Berichterſtatter mehr, als mir, Ew. Hoheit. Laſſen Sie mich wenigſtens wiſſen, wo er iſt, damit ich ihm ſagen kann, daß er nicht bloß über mich gelogen, ſondern auch Sie betro⸗ gen hat.

Sie beharren auf Ihrem Leugnen?

Ich könnte Ihnen beweiſen...

Neue Ausflüchte.

Die Eiferſucht warf unaufhörlich neuen Brandſtoff auf das Feuer in des Herzogs Gemüth, während da⸗ gegen Fraͤulein Rudenſköld durch ihr gekränktes weib⸗ liches Gefühl aufgeregt wurde.

Ew. Hoheit, ſagte ſie endlich, ich vermag dieſe ſo ungerechten Vorwürfe, dieſen ſo erniedrigenden Argwohn nicht zu ertragen; ich muß meine Unſchuld beweiſen.

Der Herzog glaubte ihr nicht. Die Eiferſucht zweifelt noch in ihrer Todesſtunde. Mißtrauen iſt ihre Natur. 3

Fräulein Rudenſköld eilte an ihr Nähtiſchchen und nahm aus einem der kleinen Schublädchen einige Briefe heraus.

Haben Sie die Güte, zu leſen, Cw. Hoheit... ſehen Sie hier... leſen Sie... leſen Sie.