Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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untergehen würde, ſobald ein Mann ihrem Geſang und Wort widerſtehen könnte.

Dieß iſt die Mythe von Neapel, das in älteren Zeiten auch Parthenope genannt wurde.

Noch heutzutage iſt Neapel eine bezaubernde Sirene unter den Städten der Welt, eine Tochter der unruhi⸗ gen, launiſchen, ſtets veränderlichen Woge und des hin⸗ reißenden Geſanges.

Noch heutzutage iſt Neapel ein Weib mit dunklen

feurigen Augen, mit üppigen, einnehmenden, jungfräu⸗ lich blübenden Formen, aber mit Flügeln, die nicht an den Schultern, ſondern am Fuße angebracht ſind.

Noch heutzutage verlockt es die Vorüberſegelnden durch die Lieblichkeit und Harmonie ſeines Geſanges, und dennoch hat Niemand ihm widerſtehen können.

Es iſt auch in den Adern von Neapels Natur mehr Feuer, als anderswo.

chen bloß den Veſuv zu nennen und man wird nicht mehr glauben, daß wir nur figürlich ſprechen.

Im Veſuv athmet die Natur das Uebermaß ihrer glühenden Flammen gleichſam durch einen Schlund oder einen Schornſtein aus. Bald ſchwebt ein leichter gräu⸗ licher Rauch zu den Wolken empor, bald ſpielt eine funkelnde rothe Flamme allda: immer ſieht man him⸗

Tiefe der Erde arbeitet. 4 1 Unſer Reiſender trank mit Wolluſt den Anblick der

Schönheiten, welche die umgebende Natur ihm darbot.

Ihm war, als hätten die Elemente hier ein fürſt⸗

liches Rendezvous, nicht um einander feindlich zu be⸗ kämpfen, ſondern um ſich, während ſie verſchwenderiſch in Entwickelung von Pracht und Reichthum ſich über⸗ boten, dem feſtlichen Genuß eines ewigen Sommers hinzugeben, und ein für allemal der Welt zu beweiſen, daß die Natur, wenn ſie nur will, auch die ſchönſten

melhoch ein Zeichen, wie das Feuer in der innerſten

als vo. Es iſt Feuer in ſeinen Waſſern, Feuer in ſeiner Luft, Feuer in ſeiner Erde. Wir brau⸗

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