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Waſſerfläche. Hier erhebt ſich eine jener lieblichen Italieniſchen Villen, Schöpfungen einer lebensfriſchen Phantaſte,... dort ragt die Ruine eines der Diana oder der Venus genctrix geweihten Tempels hervor, an Roms weltbeherrſchende Monarchie erinnernd, aber jetzt auch nur eine Ruine.
Der Himmel iſt hier höher und luftiger, blauer und glänzender als anderswo. Man könnte glauben, er werde von einem einzigen Gottesauge gebildet, das ſtrahlend von Freude ſich um uns wölbe. Die Luft iſt hier Leben, der Glanz iſt hier Seele.
Das Meer iſt hoch, blau und klar. Es iſt auf⸗ gelöster Saphir; es iſt ein Himmel von Waſſer unter Dir, wie der Himmel ein Meer von Luft über Dir iſt. Dieſes Meer iſt ein ewiger Traum von der Sonne... es iſt die Liebe der Sonne.
Aber das kleine Boot iſt bereits tiefer in die Bucht hineingeeilt, der Tag iſt vorangeſchritten und Neapels palaſtgekrönte Höhen werden ſichtbar.
Herrliches Schauſpiel! Auf der einen Seite Por⸗ tiei, Herculanum und Pompeji, auf der andern Poſi⸗ lippo, Chiaja und Sanazaro.
Unſer Reiſender hatte ſein Fernrohr weggelegt. Er bedurfte keines Inſtruments, um zu ſehen. Die Ge⸗ genſtände drangen von ſelbſt auf ihn ein und ſchienen gleich feſtlich gekleideten, von Jugend und Schönheit ſtrahlenden Jungfrauen in einem Tanzſaale den Be⸗ trachter ſchweigend aufzufordern, daß er ihnen ſeinen Beifall ſchenke.
Gleichwohl hob ein tiefer Seufzer ſeine Bruſt.
Die Dichter erzählen, daß Parthenope, eine Sirene, Tochter des Fluſſes Achelous und der Muſe Kalliope, zwiſchen Capri und den Küſten Italiens wohnte. Sie hatte Kopf und Leib von einem Weib bis in die Mitte, aber von da an glich ſie einem Vogel. Durch die Lieb⸗ lichkeit und Harmonie ihres Geſanges lockte ſie die Vorbeiſegelnden an. Das Orakel prophefeite, daß ſie


