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eefalle, am Ende aber uns tyranniſtre. Beide haben echt. Die Leidenſchaft iſt ein Aufruhr in unſern Ge⸗ fühlen, der die gewöhnlich herrſchenden Geſetze des Ver⸗ ſtandes aufhebt; ſie iſt ein Sturm in unſerer Seele, ein gewaltſam hinreißendes, unnatürliches Herumſchweifen des Geiſtes, das, ſo lange es im Zunehmen begriffen iſt, etwas Angenehmes haben kann, aber auf ſeiner Höhe angelangt, in blinde Anarchie, in Wahnwitz ſich verwandelt. Je tiefer der Grund, der den Bruch her⸗ vorgerufen hat, in unſer Weſen eingreift, um ſo be⸗ ſtimmter iſt auch der Charakter der Leidenſchaft. Der Wahnſinn weiß nämlich dann beſſer, was er will; der Aufruhr iſt ſich ſeiner Abſichten klarer bewußt: Wille und Abſicht ſtürzen blindlings auf ihr Ziel los. Die Raiſonnements des Verſtandes, das Alltagskleid der Convenienz, der disriplinirende Einfluß der Erziehung, die vorſichtige Hofmanier der Intereſſen, Alles verſchwin⸗ det, und ohne eine andere Rüſtung, als die natürliche Waffe der firen Idee, ſtürzt man ſich in Kampf und Sieg. Man ſagt, die Leidenſchaften ſeien unſere Ty⸗ rannen; das mag ſein, aber nachdem ſte ſich einmal mit ihrem eigenen Gift bexauſcht haben, verwandeln ſie uns in die Wilden der civiliſirten Welt.
Obſchon Reuterholm es gänzlich vergeſſen hatte, ſich ſelbſt zu bewachen, ſo hatte er ſich gleichwohl nicht ſo gezeigt, wie er wirklich war. Die Leidenſchaft raste nicht mit vollkommen freien Zügeln..
Das ganze diplomatiſch feine Spinngewebe, womit er ſich umgeben hatte, war auf einmal weggefegt. Wie manche verheißungsreiche Hoffnung war nicht damit ver⸗ ſchwunden, wie manche reizende Zukunftsidee war nicht vernichtet, wie manche herrliche Ausſicht war nicht verſperrt!
Nachdem Armfelt ſich freiwillig entfernt hatte, war es Reuterholm gelungen, nicht bloß ſeine Rückkehr zu verhindern, ſondern auch alle hervorragenden und ein⸗ flußreichen Perſonen der Partei auf die Seite zu ſchieben⸗


