Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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39 ſteigerte, und er vergaß die Anweſenheit des Herzogs und des Königs, vergaß vor Allem ſich ſelbſt.

Was iſt's, Reuterholm? fragte der Herzog, der durch das Getöne ſeiner ungewöhnlich lauten Stimme aus ſeinen Träumen geweckt wurde; iſt etwas Unange⸗ nehmes geſchehen?

Nichts, Hoheit, nichts, ganz und gar nichts.

Reuterholm antwortete dem Herzog nicht immer auf eine ganz paſſende Weiſe.

Meine Herren, fügte er gegen die Aerzte ge⸗

wendet hinzu, dieſe Aufzeichnungen taugen nichts... merken Sie ſich das, ſie taugen nichts... und laſſen Sie uns nichts weiter von der Sache ſprechen. Die Frage iſt erledigt. Welch ein Glück, ſagte er dann wie zu ſich ſelbſt, daß ich zugegen war! Die Vorſehung hat mir die Gelegenheit verſchafft, die Monarchie vor revolutio⸗ nären Abſichten zu retten. Meine Herren, Sie ver⸗ ſtehen mich.

Und auf einen Wink des mächtigen Günſtlings ent⸗ fernten ſie ſich.

Chrenſtröm folgte ihnen.

Die Umſtände ſpannen die Bogenſaite der Leiden⸗ ſchaft, ſie richten den Bogen und drücken den Pfeil ab. Die Umſtände ſind der in das Feuer blaſende Windhauch, welcher den Funken in eine gewaltige Flamme verwan⸗ delt. Je tiefer die Umſtände bei uns eingreifen, eine um ſo beſtimmtere Richtung und um ſo vollſtändigere Macht bekommt die Leidenſchaft. An und für ſich iſt die Leidenſchaft einem abgeſchoſſenen Pfeil zu vergleichen, den man nicht mehr in ſeiner Gewalt hat; ſie iſt ein Feuer, das man nicht zu bändigen vermag. So lange man Herr über Herz, Verſtand und Handlung iſt, hat die Leidenſchaft uns noch nicht recht erfaßt. Zeno ſagt, die Leidenſchaft ſei ein unnatuͤrliches Herumſchweifen des Geiſtes, das den Verſtand irre führe; Descuret dagegen definirt ſie als ein regelloſes Bedürfniß, das im Anfang