Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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digung ſich ſtützen könnte, und in ſeiner Gemüthsſtim⸗ mung ſpricht dafür bloß der Umſtand, daß er beſtändig über die Seligkeit ſeines Bruders nachgrübelte. Was jedoch ſeine Handlungen betrifft, ſo weiß man, daß er nach Guſtav's III Tode ſich ſelbſt und den Thron haupt⸗ ſächlich mit früheren Feinden des Königs umgab und deſſen Freunde entfernte. Eine ſolche Perſonal⸗ und Syſtemveränderung iſt jedoch in keinem Lande etwas Ungewöhnliches, ſobald ein neuer Regent die Leitung der Geſchäfte übernimmt. Bei des Herzogs Neigung zu überſtunlicher Schwärmerei und bei der trockenen Phantaſterei, die ſich ſo ausſchließlich ſeiner bemächtigt hatte, kann es nicht unglaublich ſein, daß ſeine Grü⸗ beleien über den Zuſtand der Seligkeit ſeines Bruders ganz einfach aus einer zufälligen Stimmung einer ſchwa⸗ chen Seele ſtammten, aus einer Stimmung, die von Leuten, welche ihre Rechnung dabei fanden, unterhalten und beſtändig bearbeitet wurde. Viel von der Geſchichte iſt noch eine dunkle Freimaurerei.

Reuterholm freute ſich über ſeinen Sieg, weil er Fräulein Rudenſköld, deren feinen politiſchen Takt er kannte, vernichtet zu haben glaubte, und zwar juſt in einem Moment, wo ſie, wie er vermuthete, ihn zu be⸗ ſtegen beabſichtigte.

Ehrenſtröm hatte mit ſeiner ganzen Aufmerkſamkeit Alles beobachtet, was ſich vor ihm zutrug, aber obſchon ſein Scharfſinn ihn nur ſelten täuſchte, f beurtheilte er doch das Reſultat auf dieſelbe Art wie Reuterholm.

Ein Schalk lächelte jedoch noch immer in Fräulein Nudenſköld's Blicken.

Selig? wiederholte der Herzog, beinahe vor ſich hinmurmelnd. Warum habe ich ihn nicht darum ge⸗ fragt, als ſein Schatten ſich vor mir offenbarte?

In dieſem Moment fiel ſein Blick auf denjenigen König, der über die Bibel hingebeugt da ſaß und im Buch der Offenbarung forſchte.