Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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früher oder ſpäter ein heftiger entſcheidender Kampf um die Gewalt über den Herzog zwiſchen ihnen beiden aus⸗ brechen mußte, ſo bebte er gleichwohl bei dem Gedanken, daß der Augenblick jetzt gekommen ſei, und unter dem Einfluß dieſer Furcht würde er kein Opfer für zu groß gehalten haben, wenn er nur jetzt hätte wiſſen können, wie weit Fräulein Rudenſköld ſchon gegangen war.

Er trug ſein Haupt ſtolz und blickte ſie an. Mit ihrem leicht auffaſſenden klaren Blick ſah ſie, was in ihm vorging, und ſie konnte ſich eines triumphirenden Lächelns nicht erwehren.

Dieſes Lächeln beſtimmte Reuterholm's Benehmen.

Der Augenblick iſt da, dachte er. Sie hat ſich dem Herzog überliefert, denn dieſes Lächeln beweist, daß ſie ſich ſicher glaubt. Möge denn der Kampf beginnen!

Reuterholm war nicht gewohnt, dem Herzog über ſeine Handlungen vollſtändige Rechenſchaft zu ertheilen. Er handelte als wäre er ſelbſt Regent. Des Herzogs Forderung, daß er ihn über die fragliche Kundmachung aufklären ſolle, ſchien ihm zu beweiſen, daß Fräulein Rudenſköld den Herzog beſtimmen wolle, ſich mit den Regierungsangelegenheiten ſelbſt etwas mehr zu befaſſen. Es mußte ſomit die Abſicht von ihrer Seite und dieſer Verſuch von Seiten des Herzogs abgewendet und zu Nichte gemacht werden.

Der Leſer wird jedoch bald ſehen, daß Fräulein Rudenſköld dieß Alles berechnet hatte. Der Einfall, den ſie gehabt, war einer von denjenigen, die dem raiſonni⸗ renden Verſtand nur ſelten zu Gebote ſtehen, ſondern mit dem Blitzſtrahl einer genialen Erfindſamkeit plötzlich zu Tage kommen.

Ew. Hoheit wollen alſo von der fraglichen Kund⸗ machung Kenntniß haben?

Ich wünſche das.

Der Herzog hätte ſicherlich nicht den Muth gehabt, ſich gegen ſeinen Günſtling ſo barſch zu zeigen, wenn nicht Fräulein Rudenſköld an ſeiner Seite geſtanden