Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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Sein Einfluß auf den Herzog war ſonſt ſo groß, wie ihn nur je ein Privatmann auf eine regierende Perſon hat ausüben können, und er bediente ſich deſe ſelben gebieteriſcher und despotiſcher als vielleicht je ein Anderer. Der Herzog wagte kaum ſeine Priyvatbriefe anders als in ſeiner Gegenwart zu ſchreiben.

Im Vertrauen auf die Sicherheit ſeiner politiſchen Stellung hatte ſich Reuterholm auch in den letzten acht⸗ zehn Monaten gewaltig verändert. Sein erſtes Auftreten als Lenker der Geſchäfte des Reichs bezeichnete er mit einigen liberalen Maßregeln, nahm aber dieſelben bald zurück und wurde einer der launigſten allmächtigen Mi⸗ niſter, die je an der Seite eines Thrones geſtanden. Das Preßgeſetz, das er zuerſt erließ, wurde nach kurzer Zeit zurückgenommen, und die Sicherheitsakte, die er im Jahr 1789 bekämpft hatte, pries er jetzt als Guſtav's III beſtes Werk. Die Beförderungen beſchränkten ſich auf den Adel oder vielmehr auf den Kreis ſeiner Freunde. Die Preſſe wurde verfolgt, und nach dem groben Ausarten der Revo⸗ lution in Paris ergriff ihn ein paniſcher Schrecken. Die beſtändig herumziehenden Patrouillen geſtatteten nicht mehr als zwei Perſonen auf den Straßen zuſammen zu gehen, und in ein unaufhörliches Fieber verſetzt, be⸗ fragte er Somnambülen über die Zukunft. 1

Er antwortete dem Herzog nicht ſogleich, weil er ſich unruhig fühlte..

Durch überſinnliche Mittel hatte er den Herzog in einen politiſch magnetiſchen Schlaf gelullt und fürchtete nicht, daß irgend eine Macht ihn daraus erwecken könnte, wenn er nur die Liebe, dieſen andern Zauber, gegen welchen keine Philoſophie hilft, von ihm fernzuhalten vermöchte.

Das Schweigen, das er beobachtete, war nicht aus Furcht vor dem Herzog, ſondern aus Furcht vor Fräu⸗ lein Rudenſköld entſprungen.

Obſchon er allerdings ſchon lange geahnt hatte, daß

Ueberraſcht und ängſtlich, antwortete er nicht ſogleich⸗

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