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Der Herzog ſah mißvergnügt aus. Er hatte etwas zu hören gehofft, das mehr ſeiner Liebe entgegenkam, als ſeine ſtaatsmänniſche Eigenſchaft in Anſpruch nahm.
— Ich erinnere mich; aber warum davon ſprechen? Ihre Lippen... dieſe Roſen...
— Sie dürften ſich auch an das Gerücht von ſchlech⸗ tem Haushalt, von ſchlechter Verwaltung der Staats⸗ mittel erinnern?2
— Allerdings. Aber wir haben ja durch eine be⸗ ſondere, in allen Kirchen des Reichs von der Kanzel herab verleſene Erklärung dieſes grundloſe Gerücht zu Schanden gemacht und dargethan, daß die Finanzen des Reichs ſich noch niemals in einem ſo blühenden Zuſtande befunden haben wie jetzt.
— Das iſt doch auf Ihren Befehl geſchehen, Hoheit?
— Ach ja. Aber ſchenken Sie mir einen ſanften Wii, einen freundlichen Augenwurf. Ihre Härte tödtet mich.
— Nur noch eine einzige Frage, Hoheit.
— Reuterholm kam immer näher.
— Dann wiſſen Ew. Hoheit ſicherlich nichts von der Bekanntmachung, die am verfloſſenen Sonntag, alſo zwei Sonntage nach Ihrer erſten Erklärung, in den Kir⸗ chen verleſen wurde, und worin die Geiſtlichen auf gnä⸗ digen Befehl Geld für die Flotte zuſammenbetteln.
— Was ſagen Sie?
— Die Wahrheit, Ew. Hoheit.
Ein Ausdruck heftigen Zornes flammte im Geſichte des Herzogs auf.
— Reuterholm! rief er.
Der Gerufene ſtand in dieſem Augenblick ganz nahe bei dem Herzog.
— Was ſoll die in den Kirchen verleſene Bettelei beſagen?
Reuterholm erblaßte. Er merkte, daß Fräulein Rudenſköld den kurzen Augenblick, wo er den Herzog unbewacht gelaſſen, gut angewendet hatte. 3


