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— Ihres Gewiſſens? Baron. 4
Als Reuterholm ſie verließ, trat der Herzog ein. Auch er war jetzt ganz anders als vor anderthalb Jahren.
Derſelbe Myſtieismus, der ſeine Nebelmütze um Guſtav's Verſtand gezogen, hatte auch des Herzogs Geiſt immer mehr und mehr umhüllt.
Aberglauben und Ordensnarrheit hatten ſich jetzt bis zur höchſten Höhe bei ihm entwickelt. Ohne Geiſt und ſelbſtſtändige Kraft ließ er ſich blindlings von einer Sehnſucht leiten, nicht die tiefſten, ſondern die dunkelſten Räthſel der Natur und der Geſellſchaft zu loſen, Räthſel, die, wenn Sie überhaupt je gelöst wer⸗ den, nicht das Leben, ſondern der Tod löſen wird. In dieſem Ideenkreis lebte und wirkte er mit einer unglaub⸗ lichen Hartnäckigkeit des Grübelns. Der Myſticismus war für ihn Philoſophie, die Freimaurerei eine Staats⸗ angelegenheit. Nur diejenigen, die ſich an Beidem be⸗ theiligten, waren für ihn große Männer und verdienten die höchſten Aemter des Vaterlandes.
Von raſtloſem und ungezähmten Ehrgeiz getrieben, hatte Reuterholm dieſe Neigungen des Herzens ausge⸗ beutet, um ihm alle Macht zu entwinden und in ſeine eigenen Hände zu ſpielen. Dieß war ihm auch vollkom⸗ men gelungen.
Die Geſchichte weiß nicht, ob der Herzog an Reu⸗ terholm's Plan mit Guſtav Theil hatte, aber unzweifel⸗ haft iſt, daß der Herzog ſich zu einem dienſtwilligen Werkzeug ſeines Willens hergegeben haben würde, inſo⸗ fern ſich nur ein von den ausgezeichnetſten Aerzten des Reichs ausgeſtelltes Zeugniß haͤtte erhalten laſſen.
1 Die einzige gewaltige Neigung, die mit jugendlicher
Leidenſchaft des Herzogs Herz belebte, war die Liebe,
die er zu Fräulein Rüdenſköld gefaßt hatte, und die
einige Zeit nach Armfelt's Abreiſe aus dem Vaterland
zur höchſten Höhe aufflammte. Sobald Ehrenſtröm ihm 2*
Ja, in der Geſchichte, Herr


