18
Die Gefühle, die ſie aufregten, zerſprengten ihr bei⸗ nahe die Bruſt.
— Weigern Sie ſich noch immer, die Monarchie zu retten? fragte Ehrenſtröm.
In dieſem Moment belebten ſich ihre Augen.
— Es fällt mir etwas ein, ſagte ſie.
— Laſſen Sie hören.
— Der Herzog iſt doch im Zimmer daneben.
— Ja.
— Sie können zu ihm hineinſchleichen.
— Ich hoffe es.
— So gehen Sie hin und ſagen Sie ihm...
— Ehrenſtröm's Geſicht leuchtete.
— Daß Sie...
— Sagen Sie, daß ich mit ihm zu ſprechen wünſche.
— Sie erfüllen alſo unſere Wünſche?
— Niemals; aber gehen Sie, gehen Sie. Der Augenblick darf nicht verſäumt werden; eilen Sie.
— Was wollen Sie thun?
— Reuterholm's Abſichten vereiteln. 5
— Auf welche Art?
— Gehen Sie, habe ich geſagt; ſchaffen Sie den Herzog hieher. 1
Ehrenſtröm ging. Unbekannt mit der Intrigue, die um ihn her geſpielt wurde, fuhr Guſtav in ſeinen Träu⸗
.
mereien fort. Als Reuterholm die Anweſenheit Fräulein
Rudenſköld's bemerkte, hatte er ein Gefühl des Ver⸗ druſſes und näherte ſich ihr.
— Sie ſpielen die Rolle des Aufmerkſamen, ſagte
er, es freut mich, Sie immer auf meinen Spuren zu finden.
— Wirklich? Ich glaubte das Gegentheil.
— Warum das, wenn ich fragen darf?2
— Darum, weil Sie Urſache haben, das Gewiſſen
zu fürchten. — Gelüſtet es Sie vielleicht nach der Rolle...


