Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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In ihrer Treue gegen denjenigen, den ſie liebt; dieß iſt eine Tugend, weil ſie die Atmoſphäre um unſere Liebe her rein erhält.

Ehrenſtröm lächelte.

Die Freiheit iſt der Weingeiſt der Liebe, mei⸗ nen Sie.

Sie iſt eine Tugend, weil ſie den Mann ruhig und ſtark in ſeinen Kämpfen macht.

Die Treue des Weibes iſt alſo ein Fallſchirm für die Tugend des Mannes.

Eine Tugend, weil ſie eine Begrenzung iſt.

Eine Grenzſcheide gegen den Leichtſinn.

Eine Tugend, weil ſie die Glarie der Liebe iſt.

Der chineſiſche Haarzopf, meinen Sie, woran der liebe Gott eines Tags diejenigen, die lieben, in's Himmelreich hinaufziehen wird.

Wie Sie belieben, mein Herr.

Ihr Beſchluß iſt alſo...

Mein Herz niemals zu verrathen.

Sie ſind zu ſehr Schwedin, mein Fräulein; Schade, daß Sie nicht ein Bischen mehr Franzöſin ſind. Was ſagen Sie von einer Lavaͤlette, einer Ram⸗ bouillet, einer Arma von Beaujeu, einer Gabriele, einer Montbazon, einer Viegan, einer Pompadour, einer.. aber das Alphabet reicht kaum aus für all dieſe Damen, die bloß dem Geſetze des Herzens folgten.

Nennen Sie das Herz nicht in demſelben Ton wie dieſe Damen. Hätten Sie diejenigen geliebt, denen ſie angehörten, ſo würde Gott ihnen ihre Fehler ver⸗ iehen haben; aber nein, ſie ließen ſich nur durch Leicht⸗ ſinn und Ehrgeiz leiten und Gott hat ſie auch dafür geſtraft. Die Stimme des Herzens hat niemals zu ihnen geſprochen.

Nun wohl, mein Fräulein...

Sie haben meine Antwort gehört.

Sie ſchwärmen.

Mag ſein.