Teil eines Werkes 
11. bis 15. Bändchen (1852)
Entstehung
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Sie ſind ſentimental.

Sie ſtrafen mich; aber ich kenne bloß eine Strafe, die ich fürcte die des Gewiſſens.

Ehrenſtröm verſtummte..

Der Herzog Regent, erzählt Fräulein Rudenſköld in ihren eigenen noch ungedruckten Memoiren, hatte eine übertriebene Liebe zu ihr gefaßt; nachdem Arm⸗ felt das Vaterland verlaſſen hatte, ſtritten ſich die Par⸗ teien um ſie. Die Armfelt'ſche Partei verlangte, ſie ſolle die Neigung des Herzogs erwiedern, um das Vater⸗ land zu retten, den Einſluß der Partei wieder herzu⸗ ſtellen und Reuterholm zu ſtürzen, der ſie ſeinerſeits mit dem größten Unwillen betrachtete, weil er die Ge⸗ walt befürchtete, die ſie über den Herzog erlangen könnte.

Niemand glaubte an die Stärke ihrer Liebe, an ihre Tugend.

Kaum war das Geſpräch zwiſchen Ehrenſtröm und Fräulein Rudenſköld zu Ende, als die Thüre ſich öffnete und Mitglieder des Medicinaleollegiums eintraten. Ernſt und ſchweigſam nahmen ſie einen beſonderen Platz auf der einen Seite des Zimmers ein.

Sehen Sie, da ſind die Herren bereits. Nun?

Sie beſitzen Verſtand, aber kein Herz, mein Herr. Beſäßen Sie letzteres, ſo würden Sie Achtung haben für mich und die Qualen, die ich leide.

Das Urtheil dieſer Herren iſt der Richterſpruch über Armfelt.

Ueber die Partei, meinen Sie?

Die Partei iſt Armfelt: fällt ſie, ſo fällt auch er.

Still! 1

In dieſem Augenblick öffnete ſich eine Seitenthüre und der junge König erſchien auf der Schwelle,

Da kommt der Delinquent.

Guſtav's Ausſehen war leidender und kränklicher als je zuvor. In ſeinen Augen brannte eine dunkle Schwärmerei. Die Geſundheit ſeiner Seele ſowohl, als ſeines Körpers ſchien untergraben.