deckte ſein forſchender Blick unter den Andächtigen eine junge Dame von außerordentlicher Schönheit. Auch ihre Blicke ſchienen ſich mit Intereſſe auf ihn zu heften, und als ſie beim Hinausgehen an ihm vorüberkam, ließ ſie ihren Handſchuh fallen; er beeilte ſich ihn aufzuhe⸗ ben und ihr zu übergeben, und die Bekanntſchaft war gemacht. Wenn irgend Jemand mit vollem Recht Ju⸗ lius Cäſar's bekannte Worte: veni, vidi, vici auf ſich anwenden konnte, ſo war es gewiß Armfelt. Bald ent⸗ ſtand zwiſchen ihm und der ſchönen Unbekannten, einer geborenen Polin, das innigſte Verhältniß, ſo daß ſie ſich von ihrem Manne ſcheiden ließ, um ſich mit Arm⸗ felt zu vermählen. Tag und Stunde der Trauung wa⸗ ren bereits feſtgeſetzt, und überſelig ſtieg der Bräutigam in ſeinen Wagen, als dieſer plötzlich eine andere Rich⸗ tung einſchlug und Armfelt ſich mit Gewalt entführt ſah. Sprengtporten hatte nämlich von der beabſichtigten Ver⸗ mählung erfahren und den Kutſcher erkauft, deſſen ſich Armfelt bediente. Von dieſem Augenblick an verlor Armfelt alle Spuren ſeiner Geliebten und erfuhr nie⸗ mals, welches Schickſal ſie oder das Pfand der Liebe, die Frucht dieſer Verbindung traf, das ſie bereits unter dem Herzen trug. Armfelt konnte Sprengtporten ſein tückiſches, trügeriſches Benehmen bei dieſer Gelegenheit nie verzeihen und beklagte noch oft in weiter vorge⸗ ſchrittenem Alter den unglücklichen Ausgang dieſes Aben⸗ teuers.
Der Verfaſſer hat, wie der Leſer bereits gefunden, dieſe Angaben bei der Anlegung des Planes zu dieſer Arbeit benützt und braucht nur noch zu erinnern, daß er dem Pfand dieſes Liebesabenteuers ein höheres Alter gegeben hat, als daſſelbe, wenn man Armfelt's eigene Jahre in Betracht zieht, beſttzen konnte. Armfelt war nämlich im Jahr 1757 geboren.
Linküping, im Mai 1850. Der Verfaſſer.
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