Der Verfaſſer hat ſich niemals geſchmeichelt und ſchmeichelt ſich auch in dieſer Stunde noch nicht, ſein roblem genügend löſen zu können: es liegt vielleicht unſern Tagen gar zu nahe und dürfte gar zuweilen un⸗ gleichartige Gegenſtände entfalten, als daß der Hiſtoriker es bis jetzt noch vollſtändig behandeln könnte, geſchweige denn der Romanſchreiber. Die freundliche und wohl⸗ wollende Aufnahme erfreut inzwiſchen den Verfaſſer, weil ſte ihm die Ueberzeugung gibt, daß das Endurtheil, wie es auch einmal ausfallen mag, gewiß wenigſtens human ſein wird, ohne daß man deßhalb die Forderungen der Gerechtigkeit bei Seite ſetzt.
Frankreich's Schriftſteller haben die Literaten zu einer Art von Schauſpielern gemacht. Was Frankreich an einem Tag thut, das ſucht das übrige Europa am andern Tag auch zu thun. Ohne bloß für den Augen⸗ blick zu leben, iſt der nugenblic eigentlich auch das Einzige, was die Schriftſteller beſttzen.
Bi⸗ Aufmunterung, die dieſer Arbeit zu Theil ge⸗ worden, gehört gleichfalls gewiß bloß dem flüchtigen Au⸗
enblick an, da ſie bloß dem Anfang der Arbeit zuge⸗
hallen iſt, ohne daß man das Ende kannte; dieß ver⸗ mindert jedoch ihren Werth und die Verpflichtung zur Dankbarkeit nicht.
fluß in der ſchönen Literatur. Die Literaten umgaben die Throne, wurden von ihnen begünſtigt und unter⸗ halten. Die allgemeine Meinung war damals nicht von ſolchen Gährungsſtoffen erſchüttert wie jetzt, Genie und Geſchmack ſtanden unabhängig von den Wechſeln des Tags da und ertheilten ihre Geſetze den Generationen. Aber ganz andere Verhältniſſe haben ſich ſeitdem geltend emacht. Die Schriftſteller können ſich nicht mehr wie rüher in ſich ſelbſt und ihr Studirſtübchen verſchließen.


