vollkommeneren Leben hoffſt; ſage mir, nd, und daß Du ent⸗
ſchloſſen biſt, hinfort nicht mehr der eitlen Weltluſt zu leben,
ſondern Deinem Gott und Heiland!“
Herbert vermochte nicht zu ſprechen, ſondern vergrub ſein Geſicht noch tiefer in ihr Kiſſen, und ſie fuhr fort:„Es hat Zeiten gegeben, wo die Hoffnung mich ganz verließ. Mir war als könnten die Gebete einer ungehorſamen Tochter keine Er⸗ hörung vor dem Throne des Allmächtigen finden; dann aber erinnerte ich mich wieder, daß Gott ein zerbrochenes und zer⸗ ſchlagenes Herz nicht verachtet, und ich bot ihm das meinige an. Ich verzichtete bald darauf, um irdiſches Glück und Wohl⸗ ergehen zu beten, denn ich fühlte, daß dieſes mir nicht beſchieden ſein ſollte; allein ich betete alsdann für Dich, für Dein und mein ewiges Heil, für unſer Kind, daß es unter den rauhen Stürmen und Verſuchungen bewahrt bleiben möge, welche ſei⸗ ner vielleicht noch warten; ich betete für mich ſelber, daß ich möge erleuchtet werden von der Gnade Gottes, bevor ich ſterbe,
und daß der Glaube auch in Deinem Herzen ſeine Fackel an⸗ zünden möge.
„Ich bin nur ein ſchwaches, irrendes Weib, und Du könn⸗
teſt ſagen: eine Tochter, die ſich gegen ihren eigenen Vater auflehnte, ſei wenig berufen, einen Andern z
zum allſehenden und gerechten Richter hinzuführen. Ich weiß dies Alles wohl, und es hat mich lange darüber ſchweigen laſſen, denn ich ge⸗
traute mir nicht, mit Dir hierüber zu rechten und zu ſtreiten.
Allein nun muß ich reden, lieber Herbert; ich kann dieſem zuckenden, bebenden Herzen nicht eher Ruhe gebieten, als bis ich Dich entſchloſſen ſehe, der verführeriſchen Welt zu entſagen
Du auf ein Wieder⸗


