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ſehr ich ihn liebe und ihn von je her geliebt habe! Beſchwören Sie ihn, mir zu glauben, denn es iſt wirklich wahr, was ich ihm verſichere! Erzählen Sie ihm von meinem kleinen Hans, und von Herbert, meinem armen, unglücklichen Herbert! Be⸗ richten Sie ihm, wie freundlich und wohlwollend, wie hin⸗ gebend er nun gegen mich iſt! Iſt er nicht die Geduld ſelbſt? iſt er nicht voll Zärtlichkeit und liebevoller Sorgfalt gegen mich? Nicht wahr, Doctor, lieber Doctor!“ fuhr ſie fort und legte ihre Hand bittend auf die ſeinige,—„nicht wahr, Sie ſagen ihm dies— aber auch nur dies?“
Dem alten Herrn ſchnürte es krampfhaft die Kehle zu⸗ ſammen in der Bemühung, die Thränen zu unterdrücken, welche ihm bei dieſem letzten Zuge von Roſa's allvergebender, Alles erduldender Liebe in die Augen ſtiegen, während er ſich ver⸗ pflichtete, ihren Wunſch und ihre Bitten nach jeder Richtung hin zu erfüllen.
„Der Himmel lege ſeinen reichſten Segen auf Sie für dies und für Alles, was Sie an uns gethan haben!“ ſagte Roſa inbrünſtig, und ſetzte dann mit einer minder ſichern Stimme hinzu:„Nicht wahr, Sie unterlaſſen es nicht, meinem Vater von Hans zu erzählen und ihn für den Knaben zu inter⸗ eſſiren— für meinen edlen, guten Hans? O Doctor! wenn ich daran denke, daß ich das Kind hier auf Erden laſſen muß, dann bricht mir beinahe das Herz!“
„Erinnern Sie ſich des Verheißungs⸗Wortes in der hei⸗ ligen Schrift: Ueberlaſſe mir Deine Waiſen und ich will ſie aufziehen', dann können Sie nicht ohne Troſt von hinnen gehen, Roſa!“
„Ich weiß es, ich weiß es wohl, und doch erſcheint mir bisweilen Alles finſter und öde!“ entgegnete ſie.„Dieß rührt


