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und ſie mit wehmuthbebender Stimme bei ihrem Namen an⸗ rief:„Roſa! liebe, ſüße Roſa!“
Sie blickte auf und eine freudige Röthe, ein ſeliger Aus⸗ druck flog über ihr blaſſes Antlitz, als ſie den veränderten Aus⸗ druck des ſeinigen ſah. Mit einem leichten Freudenrufe richtete ſie ſich auf und ſtreckte ihre Arme aus und er ſchloß ſie wieder voll Innigkeit an ſein Herz. Keines von Beiden ſprach, denn die heißen Thränen, welche auf ihr Geſicht herabfielen, flehten beredt genug um Nachſicht für ihn, um Vergebung. Herbert, ihr Herbert von ehedem, war wieder zu ihr zurückgekehrt, und Roſa mußte ihn nun verlaſſen!
Ja, ſcheiden ſollte ſie von ihm, und bald, ſehr bald! Die Gemüthsbewegungen und Aufregungen dieſes Tages griffen ſie gewaltig an, und ein ſchleichendes Fieber ſtellte ſich nun bei ihr ein und ſchien ſie von Tag zu Tag dem Grabe näher zu führen. Von einem Extrem zum andern übergehend, ging ihr Gatte jetzt, nachdem die Schuppen der Selbſtſucht, die ihn ſo lang verblendet hatten, ihm von den Augen gefallen waren, gar nicht mehr von ihrer Seite. Doctor Wyß kam täglich, um nach ſeiner Kranken zu ſehen, und ſein Zorn über Herbert wich einigermaßen beim Anblick ſeiner tiefen Zerknirſchung, ſeines aufrichtigen Schmerzes und der ängſtlich beſorgten Zärtlich⸗ keit, womit er jede Veränderung in Roſa's Zuſtand beobachtete. Es war für den freundlichen Greis eine ſchwere, bittere Prü⸗ fung, als er Florenz verlaſſen mußte, obſchon er wußte, daß in einem derartigen Falle auch der beſte Wille und die größſte Geſchicklichkeit eines Arztes vergeblich geweſen ſein würden. Mehr Herbert zu Liebe als in der Hoffnung auf irgend einen
erheblichen Dienſt, der dadurch der Kranken geleiſtet werden
könnte, hatte der Doctor noch einen andern deutſchen Arzt
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