Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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befreit werden! Ich kam, um Ihnen dies anzuzeigen, und ich gehe nun wieder!

Bleiben Sie, ich bitte, ich beſchwöre Sie! verſetzte Herbert und erfaßte ſeine beiden Hände;ich habe nicht recht gehört; ich verſtehe Sie noch nicht. Roſa im Ster ben! mein liebes, treues, hingebendes Weib? Nein, das iſt nicht mög⸗ lich! ſie ſtirbt nicht; ſie mag krank ſein, ſehr krank, gefähr⸗ lich krank vielleicht; aber ſie wird nicht ſterben! Sie wollten mich nur damit ſchrecken, nur in Verſuchung führen, nicht wahr?

Ei, ei, wozu dieſer leidenſchaftliche Ausbruch? verſetzte der alte Herr;Sie ſollten mir ja eher für die gute Nachricht danken, die ich Ihnen gebracht habe! Bedenken Sie nur, wie bald Sie wieder frei und ledig ſein werden, obſchon Roſa ſeit⸗ her eigentlich nur ein leichtes Hinderniß für Ihre Freiheit und Ihren Lebensgenuß war! Sie werden in Kürze wieder im Stande ſein, zu tanzen, Komödie zu ſpielen und ſchönen Frauen den Hof zu machen, Hazard zu ſpielen, ſich in den wildeſten Strom des Genußlebens hinein zu verſetzen, ohne einen einzigen Gedanken an das bleiche, ſorgenvolle Antlitz Ihrer Gattin, das ſich inzwiſchen in ſchlafloſem Kummer über die Wiege ihres Kindes beugt, an jenes liebe, verkannte Weſen, das ſich immer wie ein warnendes oder vorwurfsvolles Geſpenſt zwiſchen Ihr Vergnügen und Ihr Gewiſſen ſtellt!

Bevor Herbert ſich noch hinreichend von ſeinem Schrecken erholen konnte, um zu antworten, entwand ſich der Doctor ſeinen krampfhaften Händen und verſchwand eilig. Eine Minute ſpäter ſah man Herbert durch die Säle ſtürzen und alle Anweſenden, die ihn ſahen, waren in Verwunderung und Ueberraſchung über ſein unbegreifliches Benehmen, ſein

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