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und Zerſtreuung und Vergnügen zu einem plötzlichen, ſchwin⸗ delnden Erwachen von Reue und Gewiſſensbiſſen aufgerüttelt.
Dr. Wyß mißdeutete die Motive ſeines Schweigens und fuhr bitter fort:„Man muß das Kind wegnehmen, wenn Sie nicht ebenfalls ſeinen Tod wünſchen, um mit einem Male ein ganz freier Mann zu ſein. Ich verſichere Sie, es bringt dem Knaben den Tod, wenn er in ſolcher Nähe bei der kranken Mutter ſchläft. Ich habe Roſa ſelbſt dies beinahe mit dürren Worten geſagt, um ſie zu bewegen, daß ſie einwillige, das Kind hinwegzugeben, und ſie warf mir dann einen Blick zu, welcher mir beinahe das Herz zerriß. Allein ich konnte, ich wollte ſie nicht täuſchen! Sie kann nur noch einige Wochen, höchſtens vielleicht zwei bis drei Monate leben, dann iſt Alles aus. Die einzige Möglichkeit, ihr das Leben zu verlängern, beſteht darin, daß man in ihr noch Hoffnung aufrecht erhält; darum muß ich dem lieben armen Weſen noch Muth einſprechen, denn Roſa
hängt, wie ich ſehe, mit unbeſchreiblicher Liebe an dem Knaben
und es wird für ſie ein furchtbarer Schlag ſein, wenn ſie ſo⸗ gleich erfährt, daß ſie auch ihn verlaſſen, ihn derſelben Ver⸗ nachläſſigung preisgeben muß, die ſie ſelbſt erfahren hatte!“
—„O Doctor!“ rief Herbert leidenſchaftlich,„wenn Sie mich nicht zum Wahnſinn treiben wollen, ſo quälen Sie mich nicht mit dieſem beißenden Hohn. Wo hätte ich ſie vernach⸗ läſſigt? wo wäre ich ihr mit Unfreundlichkeit begegnet? Hat ſie mich deſſen beſchuldigt? hat ſie darüber geklagt?“
„Nicht mit einem Wort, nicht mit der leiſeſten Andeu⸗ tung! Und dennoch, hatte ſie nicht Grund genug dazu? Her⸗ bert Gramberg, wer könnte eine halbe Stunde in dieſen Räu⸗ men verweilen und müßte nicht meine Beſchuldigungen gegen Sie wiederholen? Allein Sie werden bald von Ihrer Bürde
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