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ferne beobachtete, vernahm er aus dem Munde verſchiedener
Perſonen abſichtsloſe Bemerkungen über ihn: Gramberg ſei
heute wieder bezaubernder als je; die Marcheſa F. erfreue ſich jetzt ſogar größerer Aufmerkſamkeit von ſeiner Seite, als ſelbſt Miß Norton, trotzdem daß ſie erſt vor Kurzem in einem eleben⸗ den Bilde' mit einander gewirkt und ſo großen Beifall geerntet.
Dieſe wenigen Andeutungen verſchafften dem Doctor Wyß plötzlich eine ganz klare Einſicht in die Sachlage. Mit ahnungs⸗ vollem Blicke erſah er daraus die ganze Geſchichte von Roſa's Eheſtandsleben. Auf einen Augenblick vergaß er der glänzen⸗ den Umgebung, worin er ſich befand, und verſetzte ſich im Geiſte zurück zu dem demüthigen, kummervollen Antlitz der armen, vernachläſſigten Frau, welche er heute Abend geſprochen hatte. Dann aber erinnerte er ſich plötzlich, weßhalb er hier war, und mengte ſich entſchloſſen unter die Gäſte, um Herbert aufzuſuchen, der ſich in der Menge verloren hatte. Es währte nicht lange, ſo entdeckte er ihn unter einer Gruppe von jungen Männern, welche ſich um einen Spieltiſch verſammelt hatten; er ward von Einigen aufgefordert, am Spiele theilzunehmen, und Her⸗ bert ſetzte mit der größſten Gleichmuth einige Goldſtücke, die er verlor. Er hatte gerade keine Freude am Spiel, und noch weniger war er ein leidenſchaftlicher Spieler, allein dennoch verſuchte er bisweilen ſein Glück darin, wiewohl er mehr aus einer gewiſſen Oſtentation oder aus Ehrgeiz, es darin Anderen gleichzuthun, als aus irgend einer natürlichen Vorliebe für das Spiel. Er hatte ſoeben wieder gleichgültig zwei Napoleons auf eine Karte geſetzt und verloren, und wollte gerade dem Spiel⸗ tiſch den Rücken wenden, als eine Hand ſich auf ſeinen Arm legte und er in dem Heirn hinter ihm ſeinen alten Freund und Vertrauten erkannte.


