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nieder, beugte ſich über ihn und küßte ihn lange, lange, als ob ſie den balſamiſchen Athem einſaugen wollte, der ihre Wange ſo ſanft fächelte.
Der alte Herr hatte ihr mit thränenfeuchten Augen zuge⸗ ſehen; als er aber Roſa ſich ſo lange über das Kind herein⸗ beugen ſah, zog er ſie beinahe zornig hinweg.
—„Das ſollten Sie nicht thun!“ ſagte er ernſthaft zu ihr;„wiſſen Sie nicht, daß Kinder nie in ihrem Schlafe ge⸗ ſtört werden ſollen noch irgend jemands Athem einhauchen dürfen? Der Kleine ſollte eigentlich gar nicht hier bleiben; Sie müſſen ihn in ein anderes Zimmer betten!“
„Ach, lieber Doctor! dieß können Sie mir unmöglich zumuthen! Ich würde den Kleinen ſo ſehr vermiſſen! Er klettert immer auf mein Kopfkiſſen herauf, wenn er erwacht, und küßt mich ganz ſachte und leiſe, bis ich ebenfalls die Augen öffne, und bei Nacht, wenn ich nicht ſchlafen kann und auf ihn warte— auf Herbert nämlich, wenn er ſo lange in Geſell⸗ ſchaften aufgehalten wird— da betrachte ich meinen lieben Kleinen im Schlafe und fühle mich gar nicht allein.“
—„Sie müſſen nicht wachen oder wach liegen, meine Liebe!“ erwiderte Dr. Wyß;„Sie müſſen ſich beſſer pflegen, denn Sie ſind krank!“
„Ich? nicht im Mindeſten! ich bin nicht krank!“
—„Nicht krank Abei einem ſolchen Huſten?“
„Nun ja,“ meinte ſie,„aber das iſt mir nichts Neues; ich habe dieſen Huſten ſchon ſeit mehr als Jahresfriſt, und er iſt erſt in der jüngſten Zeit etwas ſchlimmer geworden. Ich glaube, ich habe ſogar jeden Abend auch etwas Fieber, aber es verliert ſich gewöhnlich vor dem Morgen wieder.“
Sie waren mittlerweile wieder in den Salon zurückge⸗


