rief ihm die Gräfin entgegen.„Für heute entwiſchen Sie mir nun nicht mehr. Kommen Sie mit mir nach Hauſe, um mit mir zu ſpeiſen, und geben Sie mir Ihre Anſicht ab über die Gruppirung der lebenden Bilder, welche wir aufführen wollen. Miß Norton ſpeist heute bei mir; alſo kommen Sie!“ Herbert vermochte es nicht über ſich, eine derartige Ein⸗ ladung abzuſchlagen; daher nahm er ſie gierig an. Es war ſchon ſo weit gekommen, daß Herbert gleichſam keinen eigenen Willen mehr hatte, ſondern nur noch für das Vergnügen An⸗ derer lebte, die ihn zu ihrer Unterhaltung bedurften. Und ſo ſah er ſich durch Liebhaber⸗Theater, durch Diners, lebende Bilder, Charaden, Sprüchwörter und ähnliche rafſinirte Me⸗ thoden, die koſtbare Zeit todtzuſchlagen, in einen ununter⸗ brochenen Wirbel und Strudel von Aufregungen hineinge⸗ riſſen, die ihm durch den Kontraſt die Stille und Eintönigkeit ſeines Hauſes noch auffallender und unangenehmer machten. Er war dadurch ſo viel außer dem Hauſe, daß er Roſa's beſtändiges Kränkeln und Hinſiechen nur wenig bemerken konnte, zumal da ſie ſich Mühe gab, ihm ihre zunehmende Schwäche zu verbergen, aus bloſer Furcht, im andern Fall Ausgaben für eine Badekur oder dergleichen zu veranlaſſen, welche ſie kaum beſtreiten zu können hoffen durfte. Die Koſten der langen Krankheit des verſtorbenen Töchterchens hatten ſich bereits in ihren Finanzen ſehr fühlbar bemerklich gemacht und ſie fürchtete noch eine Verſchlimmerung dieſes Uebels, falls ein Arzt zu ihrer Berathung und Pflege gerufen werden würde. Sie hoffte, ihr Huſten werde mit der Zeit nachlaſſen; ſie kämpfte daher gegen die hartnäckig fortgeſetzten Angriffe von Unwohl⸗ ſein beharrlich an, verlor aber in dieſem Ringen täglich mehr an Kraft und an Boden.
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