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Das Dröhnen des Wagens, der ſo eben über die Zug⸗ brücke und durch den Thorweg einfuhr, machte dem Geſpräch ein Ende, und lenkte beider Männer Aufmerkſamkeit dorthin. Mit dem Wagen kam ein ältererer Mann in einer modernen Livree, der ſcheu und betreten die ihm neuen Umgebungen betrachtete.
8„Ach, beſter Herr Stirnbrand,“ ſagte er zu dem Kaplan,
p wie dauern Sie mich! Hier möcht' ich nicht gemalt hängen.
Mirr graust es ordentlich vor dem finſtern Riegel⸗ und Gitter⸗
werk und den ſchwarzen Mauern! Wie oft werden Sie mit
Schmerzen an unſer ſchönes Haus und den freundlichen Gar⸗
ten und an den freundlichen Edelhof zu Rodach zurückdenken!
Meiner Treu, wenn Sie nicht in drei Wochen das Heimweh
haben, wie ein ſchweizer Soldat, ſo ſollen mich die Hunde freſſen!“
„Laßt es gut ſein, lieber Formann! die Neigungen und Geſchmäcke der Menſchen ſind verſchieden. Sorgt nun ge⸗ fälligſt für das Abladen des Wagens. Der Herr Lieutenant iſt vielleicht ſo freundlich, Euch Jemanden mitzugeben, der Euch meine künftige Wohnung anweist!“
„Mit Vergnügen, Herr Kaplan!“ verſetzte dieſer, und ſandte einen Gefreiten mit dem Wagen.„Die Livree des Grafen Rhodich, unſers Staatsminiſters?“ fragte er dann, auf den weggehenden Diener deutend;„ſtehen Sie in irgend einer Beziehung zu dem allmächtigen Miniſter, Herr Kaplan?“ 3
„Ich war Erzieher ſeiner Söhne und in den jüngſten
Jahren eine Art Sekretär bei ihm,“ entgegnete Stirnbrand beſcheiden.„Nur der Wunſch, hier einen meinen Neigungen und längſt gehegten Planen entſprechenderen Wirkungskreis zu finden, veranlaßte mich, meinen Gönner um die Entlaſſung


