Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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— nehmen Sie mir's nicht übel— die für mich etwas Para⸗ dores hat.— Soweit ich dieſe Strolche und Schurken hier oben kennen gelernt habe, iſt die Hoffnung, ſie zu beſſern, eine ſehr problematiſche, wenn man nicht die Fuchtel tüchtig führt, und das iſt juſt nicht Ihre Sache und Ihres Amts. Es gibt zwar einige ganz intereſſante Kerls unter dieſen Strafgefangenen, ein paar Mordkerls von Abenteurern, wie den Jäger vom Eſchenhof und etliche Aehnliche; aber die große Mehrzahl der Anderen, dieſe Todtſchläger, Räuber, Mörder, Fälſcher, Aſoten und Gauner ſind eine Race, die noch ſchlechter iſt als der Staub hier unter der Schuhſohle. Ich wette, wenn Sie die Brut ein Mal geſehen haben, werden Sie einen erklärlichen Eckel ſo wenig niederkämpfen können, als jeder andere anſtändige Menſch, der mit dieſem Gelichter in Berührung kommt!“

„So mögen manche meiner Vorgänger im Amt auch geurtheilt, und darin mag dann ſicher die Urſache ihres Mißerfolges und ihrer Unbefriedigung gelegen haben, Herr Lieutenant. Sie fänden vielleicht auch die Beobachtung und Unterſuchung krankhafter Bildungen oder Veränderungen des menſchlichen Körpers am Leichnam ſehr eckelhaft und abſtoßend, und doch darf ſie der Jünger der Heilkunde nicht umgehen, denn die pathologiſche Anatomie iſt die Vorfrage für das Ge⸗ lingen ſeines Heilverfahrens, die unerläßlichſte Vorkenntniß. Der Geiſtliche, als Seelſorger und Seelenarzt, darf aber vor der pathologiſchen Anatomie der Seele, wenn ich ſo ſagen darf, eben ſo wenig zurückbeben, noch der Berührung mit dem moraliſch tief geſunkenen Menſchen ausweichen, als der leib⸗ liche Arzt es wagen darf, einen mit Peſt oder irgend einer andern anſteckenden oder ecklen Krankheit Behafteten zu meiden, wenn dieſer ſeine Hülfe begehrt....“