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und nur mit Widerwillen hieher ging. Auch ſagte man mir, daß ſeit der Gründung dieſer Stelle dieſelbe ein wahres Tau⸗ benhaus geweſen, wo immer ein Aſpirant dem Andern ſozu⸗ ſagen die Thüre in die Hand gegeben habe.— Allein, Ver⸗ gebung, Herr Lieutenant!“ unterbrach ſich der Kandidat mit einem ungeduldigen Blicke auf den Thorweg,„dürfte ich mir die Frage erlauben, ob dem Einlaß des Wagens mit meinem Gepäck noch ein Hinderniß im Wege ſteht!“
„Ah ſo? nein, keineswegs!“ entgegnete der Lieutenant. „Aber die Sache wird ihre mechaniſchen Schwierigkeiten haben, wegen des ſteilen Weges. Da kann man jedoch abhelfen; heda, Füſiliere!“ rief er einigen Soldaten da, die müßig ſchwatzend und rauchend unter einer der Linden des Hofes ſaßen;„geht 'mal hinunter an's äußere Thor und helft den Wagen, der drunten ſteht, den bedeckten Weg heraufſchieben!“
„Sehr verbunden, Herr Lieutenant!“ entgegnete der Kan⸗ didat und fuhr dann fort:„Mancher von meinen Vorgängern mag die Stelle nur in Ermangelung eines beſſern Amtes und in der Erwartung angenommen haben, von hier um ſo ſicherer auf eine günſtigere Stelle aſpiriren zu können. Mich dagegen zog der Wirkungskreis an und ich vertauſchte angenehmere Verhältniſſe in einem angeſehenen Hauſe der geſelligen Reſidenz mit dieſem Poſten, dem Ziele lange gehegter Wünſche und Ideale. Ich wollte der Freund, der Vertraute und Arzt der Armen werden, welche ihre Vergehen gegen die bürgerliche Ordnung hinter dieſen Mauern abbüßen!“
Der Offizier blickte abſeits, um dem Kaplan ein leichtes ſarkaſtiſches Lächeln zu verbergen, das um ſeine Lippen zuckte. „Ein etwas ſchwärmeriſch klingender Vorſatz, Herr Kaplan, der ſich nicht ſo leicht ausführen laſſen dürfte! Eine Liebhaberei


