Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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27,. Die Vermuthung beſtätigte ſich als richtig, denn der ſchwarze Herr war gleich darauf am Thore angelangt, und gab ſich als„Candidat Richard Stirnbrand, der neue Kaplan der Frohnveſte,“ zu erkennen, ward eingelaſſen, behändigte dem Unteroffizier ſeine Papiere, und erhielt von dieſem einen Füſilier mit Ober⸗ und Untergewehr zum Geleite nach dem innern Thore. Die Schritte der Beiden tönten ſchaurig durch den befeſtigten Weg, der in einer großen Kurve vor die Zugbrücke und den innern Thorthurm führte. Die Wache an der Brücke läutete, der Offizier kam herunter, warf einen Blick in die Papiere, griff dann ſalutirend an den Helm, rief mit einem ſehr neugierigen Blicke auf den neuen Ankömm⸗ ling ſein„Paſſirt,“ und begleitete den Kaplan artig durch den langen, feuchten und finſtern Thorweg, jenſeit deſſen die Mor⸗ genſonne in den breiten Hof der alten Feſte ſchien, welchen hohe Mauern von den im Kreiſe ſtehenden neuen Gebäuden ſchieden. „Ihre Wohnung iſt dort hinten, auf der freundlicheren Weſtſeite, Herr Kaplan!“ ſagte der Lieutenant.„Die Ihres Vorgängers, welche hier oben im nächſten Gebäude lag, iſt nun zur Kaſerne für das Bewachungskommando eingerichtet. Aber Sie dürften bei dem Tauſche Nichts verloren haben, denn Sie haben nun eine freundliche Ausſicht in's Freie, während Sie hier nur immer den Thorthurm vor Augen hätten, an welchen man Dante's Spruch:„Lasciate ogni speranza“*)! füglich anſchreiben dürfte!“ „Der Spruch mag auf manchen der Gefangenen wohl paſſen, die hinter jenen Gittern und Riegeln vegetiren müſſen, Herr Lieutenant!“ entgegnete der Kaplan mit freundlichem

*) Laßt alle Hoffnung hinter Euch!