Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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Kranz doppelter Wälle, über welche hie und da die blitzenden Bayonnette von Schildwachen ragen, einige maſſige Thürme und etliche leidlich erhaltene Baſtionen. Es iſt Sternburg oder Starenburg, im Volksmunde gemeinhin die Frohnveſte ge⸗ heißen,— früher eine kleine Feſte, die hauptſächlich zur Auf⸗ bewahrung von Staatsgefangenen diente, aber neuerdings in eine große und leider nur immer allzu ſehr bevölkerte Correc⸗ tionsanſtalt umgewandelt worden war. Aus der alten Zeit der Feſte ſind noch einige Thore da, von Militärwachen beſetzt und heutzutage, im tiefen Frieden, wohl noch ſchärfer bewacht als ehedem zur Zeit der Befeſtigung.

Es war ein freundlicher Frühlingsmorgen, mehr als dreißig Jahre, nach der Novembernacht, in welcher unſere Ge⸗ ſchichte anhebt, als die Poſten auf dem Wall einander die Mel⸗ dung zuriefen, daß ein leichter Bauerwagen den gewundenen Weg herauffahre, welcher um die Hügellehne zum untern Thore führt. Der Unteroffizier der Thorwache ſtieg in das Thürm⸗ chen hinauf und blickte die Straße hinunter, um zu ſehen, wer denn wohl das Einerlei dieſes Garniſonslebens unterbreche, und ſiehe da: ein hochgewachſener ſchlanker Mann von etwa fünfunddreißig Jahren, deſſen ſchwarze Kleidung auf geiſtlichen Stand ſchließen ließ, ging dem Wagen gedankenvoll um einige Schritte voraus, und beſchaute ſich das vergitterte Thor, dem er zu wanderte, und die ängſtlichen Vorſichtsmaßregeln, welche allenthalben den Zutritt verſperrten.

„Aha!“ ſagte der Füſilierfeldwebel zu den Soldaten, die erwartungsvoll zu ihm hinaufblickten,„ich verſtehe. Das iſt gewiß der neue Zuchthauspfaffe, der mit Sack und Pack ein⸗ marſchirt! Na, wohl bekomm' ihm der Dienſt; ich beneide ihn meiner Treu nicht!“