Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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es ſchmerzt noch tiefer, wenn's verwundet wird. Ja, ich würde das Geſchenk annehmen und Ihnen die Füße dafür küſſen, Herr Senator, wenn Sie mir meinen Mann und mein Kind wiedergeben könnten! Wir würden dann glücklich leben, weil nicht mehr die bitteren Sorgen da wären, die uns Beide oft beinahe zum Verzweifeln brachten! Aber ſo wie die Sachen ſtehen, nehm' ich's nicht, auch wenn mir's Jemand anders böte als Sie! Halten Sie mich für ſo ſchlecht und ſo ſelbſtſüchtig, daß ich mir hier gütlich thäte, während Mann und Kind draußen in der Fremde kümmern? Nein, ich ziehe ihnen nach, ich muß ſie wieder finden, denn der Wilibald kann nicht weit kommen mit dem Knaben; und wenn ich dann mein Kind, meinen ſchönen lieben Knaben wieder habe, dann, dann, rief ſie und ein wilder Enthuſiasmus flog über ihr bleiches, abge⸗ härmtes, fieberiſches Geſicht,dann will ich Gott auf den Knieen danken, daß ich ſie wiedergefunden habe, und will mir die Seele aus dem Leibe arbeiten, um meinem Wilibald zu beweiſen, daß ich ihn nicht verrathen habe, und daß wir der reichen Gönner nicht bedürfen, ſo lange wir nur geſund und einig ſind und der liebe Gott uns beiſteht! Aber mein Kind, mein armes Kind muß ich wieder haben, ſonſt bin ich verloren! Damit brach ſie von Neuem wieder laut jammernd vor der leeren Korbwiege zuſammen.

Den Kaufherrn mochte dieſer Auftritt wohl erſchüttert haben, aber ſein gekränktes Selbſtgefühl machte ihn etwas kalt gegen den Jammer der Frau, und er ſagte:Kommt, Kinder, komm', Frau! wir haben hier Nichts mehr zu ſchaffen! Ich ſehe ſchon, dieſem undankbaren verblendeten Weibe gegenüber würde alles Zureden Nichts frommen, und ich will keine Per⸗ len vor die Schweine ſchütten. Mag's alſo geſchehen, wie es

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