Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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18 armes Weib in falſchen Verdacht gebracht, und nun erſt fuhr der Böſe in ihn, und ſo iſt es denn mit uns gekommen, zu meinem und zu ſeinem ewigen Unheil durch Sie, durch Sie!

Sie hatte das Alles mit ſolcher Zungenfertigkeit heraus⸗ geſtoßen, daß der vor Erſtaunen und Betroffenheit ſtets die Farbe wechſelnde Kaufherr gar keine Worte hatte finden können. Endlich aber unterbrach er ſie mit den Worten:Aber liebe Frau Franzen, ſeid Ihr denn gar von Sinnen oder ſo ſchnöde undankbar, daß Ihr....

Dank! Ei ſieh! ja ſo ſeid Ihr reichen Leute alle! rief die Frau von Neuem und ihr Auge flog unſtät und irre von Einem zum Andern im Stübchen;was Ihr thut, dafür be⸗ gehrt Ihr Dank. Und ſo ſoll's Ihnen, Herr Senator, die arme Frau auch danken, daß Sie ihr den Mann vertrieben und das Kind geraubt haben, ja Beide geraubt! denn was hälfe es, wenn mein Wilibald nun mit dem Kleinen wieder⸗ käme? da würden ihn die Gerichte packen und ihn in's Spinn⸗ haus ſtecken oder unter die Baugefangenen, als einen Kinder⸗ dieb! Und mein Kind und ich dürften dem Manne nicht mehr in die Augen ſehen und müßten uns beinahe vor den Leuten ſeiner und ſeines Namens ſchämen. Und dafür ſoll ich noch danken?! Und das Papier da iſt wohl zu einem Wund⸗ pflaſter beſtimmt und Schmerzengeld, das meine Schmerzen zum Schweigen bringen ſoll? O weit gefehlt, Herr Senator! Und wären Sie der Großmogol mit all ſeinen Schätzen, Sie könnten mir's nicht erſetzen, was ich verloren, was ich da drinnen in meiner Bruſt gelitten habe ſeit vierzehn Tagen. Glauben Sie denn, wir armen Leute haben ein ſchlechteres Herz als Ihr Reichen, weil's ein gröberes Tuch deckt? O fehl⸗ geſchoſſen! das grobe Herz erträgt wohl mehr als Eures, aber