Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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mit, wir wollen ihm den dummen Spaß verderben:'s kann Nichts ſchaden, wenn er dafür etliche Tage eingeſperrt wird. Waſſer und Schwarzbrod und die Einſamkeit werden ihn ſchon nüchtern und beſonnen machen!

Charlotte ließ ſich willenlos von dem Nachbar leiten, und folgte ihm zu den verſchiedenen Behörden, wo dieſer für ſie die Angabe machte, die ſie nur beſtätigen und durch Einzelnheiten ausführlicher machen durfte. Drews hatte die Genugthuung, zu ſehen, daß die Gerichte und die Polizei den Kinderdiebſtahl nicht leicht nahmen, ſondern ſtehenden Fußes alle nöthigen Vorkehrungen trafen, um des pflichtvergeſſenen Gatten habhaft zu werden und der tieferſchütterten Mutter den Liebling wie⸗ der zu geben. Allein mehrere Tage vergingen ohne alles Er⸗ gebniß. Man hatte Wilibald mit ſeinem Päckchen noch vor Mitternacht im Schifferkruge zu Ried geſehen, allein von die⸗ ſem Augenblick an war ſeine Spur verloren; von dem Kleinen war gar nichts in Erfahrung gebracht worden, trotzdem daß man keinerlei Mühe geſpart hatte, um alle Kräfte der damali⸗ gen Polizei und Juſtiz in Bewegung zu ſetzen, denn man ver⸗ geſſe nicht, daß unſere Geſchichte ſchon vor mehr als fünfzig Jahren ſpielte. Der Vorfall ſelbſt machte im Städtchen großes Aufſehen, und da Charlotte nur guten Leumund hatte, ſo er⸗ wies man ihr auch viele Theilnahme, bis eine zweite Begeben⸗ heit plötzlich das Blatt gegen ſie kehrte.

Etwa acht Tage nach dem Verſchwinden des Kindes machte der Kaufherr Mühlbach mit Frau und Kindern der armen Frau Franzen einen Beſuch. Es war um die Mittagsſtunde, wo viele Leute auf dem Holzwerft und den Holzhöfen waren, welche die Neugier heranlockte, da ſie den reichen, Allen wohlbekannten Kaufherrn die Treppenſtufen an der Böſchung des alten