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„Das hat Wilibald nicht gethan!“ ſagte Drews, ein an⸗ derer Gärtner und Nachbar;„dazu iſt er zu gerade, zu trotzig; hätt' er den Jungen Euch nehmen wollen, um Euch weh zu thun und zu ſtrafen, ſo würd' er's offen und Euch in's Ange⸗ ſicht gethan haben, denn feig und tückiſch war er nie! So hab' ich ihn wenigſtens kennen gelernt!“—
Dies war ein Troſt für Charlotten, ein Hoffnungs⸗ ſchimmer in dunkler Nacht, denn es hatte dem Mutterherzen noch den herbſten Stich gegeben, daß der Gatte dieſen geführt haben ſollte. Aber die Nachbarinnen waren anderer Meinung, wie es kurzſichtiger Weiber Art iſt. Der Umſtand, daß Wili⸗ bald gedroht hatte, ſeinem Weibe zu entlaufen, und daß dieſe ſelbſt, vom Schein bethört, in der erſten Betäubung von Schreck und Schmerz ihren Argwohn auf Wilibald gelenkt, genügte den Weibern, ihn ſchon für überwieſen anzuſehen und mit ihren Verwünſchungen zu überhäufen.
Der alte Drews ſchüttelte den Kopf und richtete einige tröſtliche Worte an die arme Frau.„Kommt nicht gleich von Sinnen, gute Franzen!“ ſagte er;„ſeid ja doch ſonſt ein Weib⸗ chen, das ſeine gute Portion Unheil in Geduld ertragen kann. Mit Jammern und Stöhnen geſchieht Nichts; laßt uns lieber die Polizei und die Behörden angehen, daß ſie Euren Mann und das Kind ſuchen helfen, denn wenn ich mir ſo Alles genau überlege, ſo möcht' ich mich überreden, die Beiden ſeien jetzt zuſammen, Wilibald habe das Kind geholt, um Euch dafür zu ſtrafen, daß Ihr ſeines Erachtens zu gleichgültig geweſen bei ſeinem Weggehen; aber eben darum wird er nicht weit ſein, denn der Knabe iſt ihm eine Bürde, und Euer Mann ſelber, wenn er noch Geld hat, kann nicht an drei Schenken nach ein⸗ ander vorüber, ohne in der vierten hängen zu bleiben! Kommt


