Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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begonnen hatte und das Morgenlicht mit dem dichten Nebel kämpfte. Es war ein Glück, daß es Sonntag war, denn ſonſt hätte man ihn hier gefunden; ſo aber erreichte er noch unbe⸗ merkt ſeine benachbarte Wohnung bei den Holzhöfen.

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Es war ſchon heller Tag und die Kirchenglocken des Sabbaths klangen dumpf durch die dicke Luft, als die Gärt⸗ nersfrau erwachte. Ihr erſter Blick galt natürlich dem Knaben neben ihr; aber das Bettchen war leer.Wilibald! Herzchen! lieb' Söhnchen! Wilibald! rief ſie. Keine Antwort. Sie wähnte, der Kleine ſei vielleicht ſchon aufgeſtanden, weil ihm im Bettchen die Zeit zu lange geworden, und ſie ſuchte ihn im ganzen Haus, wiewohl vergebens. Da erſt erblickte ſie die Spuren eines kothigen nackten Fußes auf der Diele des Fuß⸗ bodens, auf dem Eſtrich; ſie entdeckte das nur angelehnte Fen⸗ ſter, das Verſchwinden ihres Umſchlagetuchs, und ein fürchter⸗ licher Argwohn dämmerte in ihrer Seele auf. Wie, wenn ihr der Vater ſelbſt ſeinen Knaben geraubt hätte! Hieng doch Wilibald's Herz bei all ſeinen Fehlern mit unſäglicher Liebe an dem einzigen Kinde, womit ſeine Ehe geſegnet war! Dieſer Gedanke war übrigens allzu ſchauderhaft, allzu entſetzlich, als daß ſie ihn gern hätte annehmen ſollen; ſie kämpfte und rang mit ihm, wie mit einer Verſuchung, aber er ſiegte endlich ob, und bewältigte ihren Zweifel. Sie rief die Nachbarn herbei, theilte ihnen ihren Jammer und die Ahnung mit, die ſich ihr inſtinktmäßig aufdrang, und fragte ſie nach demd Later und dem Kinde. Niemand wollte Beide deſ hen haben; ther übi die Möglichkeit, daß der Vater ſelbſ die Meinungen getheilt.