würde er damit doch die leidige Betſchweſter von Weib los. Aber mir kommt da ein anderer Einfall: nehmt das Kind mit als Geißel für Euer verloren Geld: an dem Knaben hängt der Wilibald mit ſeinem ganzen Leben, und Ihr gebt das Kind nicht eher heraus, als bis er Euch das Geld wiederſchafft, um das er Euch betrogen hat!“
„Ha! Schlaukopf, Ihr habt Recht!“ flüſterte der Schiffer. „Ich will mir ein lebendes Unterpfand nehmen für mein Geld, und den Knaben werft' ich in's Waſſer, wenn Wilibald nicht bezahlt!“
Raſch nahm er den Knaben aus dem Korbe, nahm das grobwollene Umſchlagetuch der Mutter vom Haken, wickelte das Kind darein, und reichte es Dolffs hinaus. Eine Minute ſpäter waren Beide ſchon unten am Nachen, Joſt legte den Knaben auf ſeine Stiefeln im Bug nieder, und ruderte rüſtig in den Strom hinein, und ſtromaufwärts, nach der Stelle zu, wo ſein Flachboot lag, während Dolffs ſich in der Nähe des Gärtnerhäuschens wieder hinter einem hochaufgeſchichteten Stoße Zimmerholz in den Hinterhalt legte, um den Gärtner zu erwarten. Der Elende lächelte ſpöttiſch vor ſich hin:„Ein lebendes Unterpfand, ſagte Joſt!“ murmelte er;„ja, ja, es ſoll an Dir heimgeſucht werden, leichtfertiger Torfſchiffer, hart⸗ geſottener roher Ruderknecht!.... Hätſchle nur den Kleinen, und ſing' ihn in Schlaf. Derweile ſchlag' ich den betrunkenen Gärtner nieder, und nehme Deine blanken Thaler, dann habt Ihr Beide das Nachſehen!“
Damit hatte der ehrliche Dolffs übrigens die Rechnung ohne den Wirth gemacht, denn der erwartete Gärtner kam nicht, und den Wegelagerer übermannte der Schlaf, ſo daß er einnickte und nicht eher erwachte, als bis der Tag zu grauen


