Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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die Natur ihr Recht an ſie geltend machte, und wie ſehr ihr Wille dem Mangel an phyſiſcher Kraft erlag. In der Ecke neben der breiten Himmelbettlade ſtand ein großer Korb, das Bett des Knaben, eines lieblichen Kindes von kaum drei Jahren. Aber von dem Vater des Knaben war nirgends eine Spur zu ſehen. Dolffs hatte einige Male den Namen des Gärtners in die Stube hineingerufen, aber nur das hohle Echo der leeren Räume hatte ihm geantwortet. Da ward der Schiff⸗ mann ungeduldig.

Laßt'mal ſehen, ob er drinnen ſteckt! ſagte er mit wildem Ingrimm zu ſeinem Spießgeſellen;ich kenne das Häuschen noch gut aus der Zeit, wo es ein Schifferkrug war; mir ſoll er nicht entkommen. Ich muß meine blanken Thaler wieder haben!

Mit dieſen Worten zog er ſeine Schifferſtiefeln herunter, kroch durch das Fenſter der Kammer hinein, ſchürte den Docht der Ampel mit den Fingern auf und durchſuchte die ganze Wohnung, vom Torfkeller bis zum Speicher, ein Wunder, daß er das Häuschen nicht in Brand ſteckte. Aber ſein Suchen war vergeblich, und mit verbiſſener Wuth kehrte er wieder in die Schlafſtube zurück. Eben als er die Lampe auf den Schrank ſtellte, regte ſich der kleine Knabe in ſeinem Korbe: die rauhe nebelige Zugluft, welche durch das offene Fenſter eindrang, mmoochte ihn fröſteln, und er verlangte im Schlafe nach ſeiner Mutter. Dem wilden Schiffer fuhr es wie ein Meſſer durch den Rücken, als er dieſe Stimme hörte, und er ſagte zu Dolffs: Hört, Kamerad, er iſt nicht da. Wenn ich wüßte, daß ihn das recht ſchmerzte, ich könnte ihm ſein Weib erwürgen!

Das wäre dumm von Euch, Mann, flüſterte Dolffs, denn da thätet Ihr dem Gärtner wohl noch einen Gefallen: