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die Branntweindünſte ſein Gehirn wieder verlaſſen und ſein erhitztes Blut ſich abgekühlt haben würde. Aber Wilibald kam nicht, und die Unruhe, der Gram rieben die unglückliche Char⸗ lotte beinahe auf.—
Mitternacht war längſt vorüber, die Laternen der Stadt erloſchen allmälig, und der Morgenwind rauſchte in den dürren Zweigen der Jerichoroſen und des Gaisblatts über Charlot⸗ tens Kopfe, da wähnte ſie vom Strome her leiſe Ruderſchläge zu vernehmen, und ſiehe da! bald tauchten zwei Männerge⸗ ſtalten auf dem Leinpfad drunten aus dem Nebel auf, und ſtanden dem Häuschen gegenüber ſtill, in leiſem Zwiegeſpräch mit einander.
„Hier iſt ſein Haus, Joſt!“ ſagte der eine der beiden zum andern;„hinter dem Plankenſtoße können wir uns verſtecken, und wenn er heimkommt, ſo ſchlagen wir ihn zu Boden und nehmen ihm dann das, was er Euch abgewonnen. Er kann keine Viertelſtunde mehr ausbleiben, denn ich ſah ihn über die Schiffbrücke gehen, und wir haben mit dem Kahn ein gut Stück Weges abgeſchnitten.“
„Ich wollte, er wäre da!“ brummte der Andere, ein Mann in Schiffertracht;„Ihr Schufte habt mir nicht geholfen, als der Wirth dazwiſchen ſprang; ohne ihn hätt' ihm mein Kappmeſſer den Heimweg erſpart und mir die Mühe, herüber zu rudern.— Wenn ich recht ſehe, ſo iſt Licht in ſeinem Häus⸗ chen; er iſt daheim!“
„Wilibald! Wilibald, lieber Mann! biſt Du da?“ rief Charlotte in dieſem Augenblick in namenloſer Spannung zwiſchen Furcht und Hoffen getheilt.
„Kein Wilibald da, Frau!“ rief der Mann, welcher zu⸗ erſt geſprochen, der Holzmäkler Dolffs;„legt Euch ſchlafen,


