Teil eines Werkes 
1. Band (1875)
Entstehung
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denn der liebe Gott hat Euch ein rechtſchaffenes, tüchtiges Hausweib gegeben, die bravſte Frau, welche ſich ein Mann Eures Standes nur wünſchen kann.

Hr. Mühlbach war eine gerade, derbe Natur; er hatte in ſeinem Weſen etwas Herbes, was oft von Solchen miß⸗ deutet wurde, die ihn nicht näher kannten, eher einen Mangel an Zartgefühl, als an wirklichem Mitgefühl. Dieß⸗ mal aber hatte er die betreffenden wohlgemeinten Aeußerungen gegen Franzen auf ſeinem Comptoir gethan, vor einem halben Dutzend ſeiner Ladendiener, und damit den Stolz des Gärt⸗ ners empfindlich gekränkt. Wilibald war, wie viele Männer aus den unteren Ständen, nicht ſonderlich redefertig; daher erwiderte er Nichts auf ſeines Gönners Rede, aber ſein wetter⸗ gebräuntes Geſicht überlief eine dunkle Glut und die Stirn⸗ ader ſchwoll ihm dick an; mit mürriſchem Schweigen und ohne Dank ſtrich er die zwölf Thaler ein, die ihm Hr. Mühlbach hingezählt und verließ die Zahlſtube ohneGuten Tag. Der Kaufmann blickte ihm betreten aus dem Fenſter nach, ſah, wie Wilibald auf der Straße ſtehen blieb, mit den geballten Fäu⸗ ſten in der Luft fechtend, dann wieder ſich vor die Stirne ſchlagend, mit den Füßen den Boden ſtampfend, kurz mit allen Zeichen eines gewaltigen ohnmächtigen Ingrimms, und wie er dann in der Richtung nach dem Thore mit raſchen un⸗ ſicheren Schritten davon eilte. Ein einziges Wörtchen aus des Kaufherrn Munde hätte den Wüthenden vielleicht noch be⸗ ſänftigt; allein dieſes Wörtchen wollte bei all ſeiner Gut⸗ müthigkeit dem reichen Manne, der ſeiner guten Abſicht ſich bewußt war und die Einrede der Wahrheit für ſich hatte, nicht über die Lippen, und dieſe nicht geſprochenen Worte zertrüm⸗ merten vollends das wankende Lebensglück einer Familie, und