Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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zeihen? Ich bin ſehr unvorſichtig geweſen, ich hab einen großen Fehler begangen.

Du?

Ew. Majeſtät, fuhr er fort, Alexandra kann für denjenigen, den ſie liebt, Eltern und Vaterland, Angehörige und Freunde verlaſſen; aber ſie kann nie⸗ mals dem Eid untreu werden, den ſie einmal Gott vor dem Altar geſchworen hat, Ew. Majeſtät...

Alexander richtete ſich auf.

Du willſt Etwas ſagen?

Ew. Majeſtät, wiederholte er, ich habe geſagt, daß Alexandra todt ſei, und ſie iſt auch todt, aber nur für den König von Schweden; für Sie dagegen und für uns Alle lebt ſie noch. Der heftige Anfall, den ſie hatte, als ſie aus dem Thronſaal zurückkam, iſt durch die Vorſorge und Geſchicklichkeit des Arztes überwun⸗ den worden. Alexandra iſt beſſer. Man öffne die Thür da, damit die Kaiſerin es ſelbſt ſehen kann.

Die Thüre ging auf und nun zeigte ſich ein ein⸗ nehmend ſchönes Gemälde.

Man ſah in der Tiefe des Zimmers Alexandra, geſtützt auf Willanow.

Hinter ihnen zeigten ſich Alexandra's Eltern und zu den Füßen derſelben Lechi.

Sie hatte Alexandra einmal einen rothen und Wil⸗ lanow einen weißen Kranz gegeben.

Dieſe lagen jetzt verwelkt an ihrer Seite; aber ſie war mit neuen Kränzen gekommen.

Es war wiederum ein rother und ein weißer; aber ſie hatte jetzt den weißen Kranz in Alexandra's und den rothen in Willanow's Locken geflochten.

Ein freundliches, herzliches Lächeln ſchwebte über dem Geſicht der Kaiſerin; mit einem liebevollen Aus⸗ druck öffnete ſie ihre Arme und ſtreckte ſie gegen die ſchöne Gruppe aus.

Alerandra winkte Döring zu ſich. Als er kam, legte ſie Willanow's Hand in die ſeinige... ihre