Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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wurde die Vermählungsfrage ernſter und vollſtändiger behandelt, als je zuvor.

Beide erklärten gegenſeitig die Motive ihrer Hand⸗ lungsweiſe.

Der König hielt ſich an die Grundgeſetze Schwe⸗ dens und die Kaiſerin an das Gutachten ihrer Prieſter⸗ ſchaft. Beide wollten nicht nachgeben.

Der König erklärte, er wolle die Frage den ſchwedi⸗ ſchen Reichsſtänden anheimſtellen; aber darauf wollte Katharina nicht eingehen.

Die Kaiſerin ſchlug dagegen vor, ſie wolle mit einer Armee die Schweden zwingen, die vom König ge⸗ troffene Wahl zu reſpektiren; aber davon wollte hinwie⸗ derum Guſtay nichts hören.

Willanow ſtand während dieſer Unterredung an der Seite der Kaiſerin; Döring dagegen ſtand neben dem König. Nur die Anweſenheit der hohen Perſonen hielt ſie in einem gewiſſen Abſtand von einander.

Einen Wunſch hege ich, ſagte der König gegen das Ende des Geſprächs, und mein Herz erlaubt mir nicht, ihn zu unterdrücken. Ich wünſchte nämlich, die Prinzeſſin noch einmal ſehen zu dürfen.

Der Kaiſerin gefiel dieſer Wunſch; ſie erblickte darin ſogar eine Möglichkeit, die abgebrochenen Verhäͤltniſſe wieder feſtzuknüpfen.

Das ſollen Sie, Ew. Majeſtät, ſagte ſie, o der Anblick Alexandra's wird Sie tief rühren.

Sie iſt krank... ſehr krank...

Ihr Ausbleiben heut Abend hat alle Illuſionen des ſchwachen Mädchens zerſtört. Das Leben hat keinen Werth mehr für ſie. Ein Nervenanfall um den andern hat... aber Sie ſollen ſie ſelbſt ſehen. Der Tod ſitzt bereits am Lager des armen Kindes, und nur Sie kön⸗ nen ihn verſcheuchen. Laſſen Sie uns gehen, Ew. Ma⸗ jeſtät; aber auch ich bin krank...

Mit Mühe erhob ſich die Kaiſerin. Als ſie weg⸗