Teil eines Werkes 
5. bis 14. Bändchen (1853)
Entstehung
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Döring verbeugte ſich und ging.

Willanow's und ſeine Augen waren ſich mehr als einmal begegnet, aber die Umſtände hatten ihnen nicht geſtattet, auch nur ein einziges Wort zu wechſeln.

Subow, und Du, Markow, ihr haftet mir da⸗ für, daß dem König kein Leid geſchieht, ſo lieb euch euer Leben iſt. Habt ihr meine Antwort auf euren Vorſchlag verſtanden?

Mit Ausnahme ihrer nächſten Vertrauten, befahl ſie hierauf allen Uebrigen, ſich zu entfernen.

Der junge König hatte, ſeit Markow ſeine letzte Antwort empfangen, keine Ruhe gehabt, ſondern ſich, nur von einem Bedienten begleitet, aus dem Hotel be⸗

eben. 3 Sein Weg ging nach dem Schloſſe.

Ohne erkannt zu werden, erfuhr er dort bald, was ſich im Innern des Palaſtes zutrug; er hörte von der Wuth der Kaiſerin und der Erkrankung Alexandra's.

Mit der Verzweiflung eines unglücklichen Liebha⸗ bers vernahm er dieſe Kunde.

Mehr als einmal erwachte bei ihm die Neigung, ſich anmelden zu laſſen, weil er ein Geſpräch unter vier Augen mit der Kaiſerin zu erhalten hoffte; aber die Rückſicht auf ſeine eigene Würde und ſeine bereits er⸗ theilte Antwort hielt ihn zurück.

Döring traf ihn indeß, als er noch am Thore ſtand, und richtete ſeinen Auftrag aus.

Der Wunſch der Kaiſerin wirkte mächtig auf ihn. Die Liebe ſiegte über die Vorſätze. Er ging mit Dö⸗ ring.

Obſchon mit mehr Etikette als vorher, empfing ihn die Kaiſerin höflich, ſogar freundlich. In dem Geſpräch, das ſie jetzt mit einander hatten,

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